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Radlwoche im Valle Maira

Im Paradies für Mountainbiker und Feinschmecker


Alle sechs Radler auf einem Aussichtspunkt unterhalb des Colle Sampeyre
Alle sechs Radler auf einem Aussichtspunkt unterhalb des Colle Sampeyre

Nachdem ich heuer schon im Februar das Vergnügen hatte, eine Woche lang Schitouren im Valle Maira zu erleben, konnte ich auch die E-Bike-Abordnung der Wettersteiner davon überzeugen, dass sich hier im südlichen Piemont ein kleines Paradies befindet. Da gibt es nicht nur genussreiche Schi- oder Radtouren, auch die Kulinarik ist vom Feinsten und lässt den Aufenthalt zu wahren Gourmettagen werden. Ich reservierte für uns sechs Radfahrer wieder Zimmer in der Locanda Al Torch bei Wirt Andrea und seiner Frau Angelica in Stroppo, wo wir bereits im Februar bestens aufgehoben waren.


Bei der Ankunft in Stroppo
Bei der Ankunft in Stroppo

Mit Chrissis Citroën-Bus und einem ausgeliehenem Radanhänger bringen wir am 12.7. 2026 die 650 km lange Anreise mit einigen Pausen gut über die Bühne. Wir beziehen die wunderschön renovierten Zimmer und freuen uns schon auf das erste Abendessen, das mit 4 Gängen alle Erwartungen übertrifft. Für den nächsten Tag planen wir gleich eine der längsten Runden im Valle Maira, den


Giro della Gardetta,


mit knapp 2.000 Hm und 66 km eine starke Einstiegstour. Nach einer Abfahrt von unserem Ort in den Talgrund arbeiten wir uns über das schöne renovierte Steindorf Marmora zum Colle d’Esischie (2.370 m) hinauf. Im Rifugio Fauniera gibt es eine Stärkung, ehe es zum Colle Fauniera (mit einem Denkmal des italienischen Radstars Marco Pantani) nochmals hinaufgeht. Über die weitläufige Gardetta-Hochebene erreichen wir schließlich das gleichnamige Rifugio. Der Colle del Preit führt uns schließlich wieder zurück ins Valle Maira, die Runde ist komplett. Wir sind müde, aber restlos begeistert!


Pantani-Denkmal am Colle Fauniera
Pantani-Denkmal am Colle Fauniera

Die zweite Tour: Elva und Colle Sampeyre


Am nächsten Tag starten wir direkt von unserer Locanda aufwärts zum herrlichen Bergdorf Elva. Nach der obligatorischen Stärkung beim dortigen „Kirchenwirt“ radeln wir über Schotterwege hinauf zum Colle Sampeyre (2.284 m), dem Übergang ins nördlich gelegene Valle Varaita.


Beim Kirchenwirt in Elva
Beim Kirchenwirt in Elva

Wir fahren aber wieder südseitig ab nach Stroppo, wobei wir noch einen Zwischenstopp in der herrlichen Locanda Codirosso einlegen. Leider streikt heute Wolfis E-Bike, sodass wir im Anschluss mit dem Auto nach Marmora fahren müssen, um ein Leihrad zu bekommen. Der Nachmittag und Abend verlaufen wieder ähnlich wie an den Vortagen, wir genießen unsere Terrasse und anschließend das außerirdisch gute Abendessen.


Wasserfallrunde und Monte Bellino


Am dritten Tag laden wir unsere Räder auf den Anhänger, wir wollen im hinteren Teil des Tales Touren machen und verkürzen die Anreise mit dem Auto.


Im hintersten Valle Maira mit der markanten Rocca Croce Provenzale
Im hintersten Valle Maira mit der markanten Rocca Croce Provenzale

Während Ossi, Joe und Heinz eine schöne Runde zu einem Wasserfall im Talschluss unternehmen, fahren Mäx, Wolfi und ich über eine sehr grobe Kriegsstraße hinauf zum Monte Bellino. Am Joch La Colletta (2.840 m) angekommen entscheiden wir uns jedoch, die Bellino-Runde nicht komplett zu Ende zu fahren, aufgrund dunkler Wolken und zu erwartender Schiebestrecken fahren wir denselben Weg wieder zurück. In der Bar La Pauso treffen wir alle wieder zusammen.


Auffahrt zum Monte Bellino
Auffahrt zum Monte Bellino
La Colletta, mit 2.840 m unser höchster Punkt
La Colletta, mit 2.840 m unser höchster Punkt

San Michele di Prazzo


An heutigen vierten Tag gehen wir es etwas gemütlicher an und radeln über Prazzo hinauf nach San Michele. Ein Hundeangriff auf Heinz verläuft zum Glück glimpflich. Diverse Einkehren versüßen uns den Tag, besonders schön ist es beim Agriturismo al Chersogno bei Luigi.


San Michele di Prazzo
San Michele di Prazzo

Zum Abschluss noch zwei Highlights


Für unseren letzten Tag im Valle Maira nehmen wir uns wieder zwei verschiedene Touren vor: Joe, Wolfi und Heinz radeln über das schluchtartige Vallone di Elva nochmals hinauf nach Elva. Sie sind beeindruckt von der Kühnheit, mit der diese Straße in den Fels gebaut wurde. Aufgrund von ständigen Felsstürzen und Steinschlägen ist sie für den allgemeinen Verkehr gesperrt, mit dem Rad kommt man aber durch.


Das beeindruckende Vallone di Elva
Das beeindruckende Vallone di Elva

Ossi, Mäx und ich wollen heute die berühmte Strada dei Canoni fahren, eine Militärstraße aus dem 18. Jahrhundert, die sich auf rund 2.200 m Höhe in Kammnähe hoch über dem Valle Maira dahinschlängelt. Auch wir müssen heute Absperrungen überwinden, Bauarbeiten finden hier statt. Alles geht gut, wir sind begeistert vom steilen Gelände und der unglaublichen Aussicht, die sich von den Seealpen bis nach Frankreich, weiter zum Monviso bis in Poebene hinab erstreckt.


Strada dei Canoni
Strada dei Canoni

Der letzte Abend bei Andrea und Angelica vergeht – wie alle anderen auch – im Nu, das eine oder andere Fläschchen Barolo, Barbaresco oder Barbera wurden diese Woche wohl getrunken. Tags darauf verabschieden wir uns herzlich, die Räder werden verladen und nach rund 9 Stunden Fahrzeit treffen wir, um viele neue Eindrücke und Erlebnisse reicher, in der Heimat ein. Schön war's!


Am Giro della Gardetta
Am Giro della Gardetta

 
 
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Ski- und Bergtourenverein, Untergruppe des Alpenvereins Innsbruck

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