Kletterwochenende Hermann von Barth Hütte

Für das offizielle Kletterwochenende 28.-30.8.2026 hat sich unser Tourenwart Roger etwas ganz Spezielles einfallen lassen, eine traumhafte Hütte in den Allgäuer Alpen mit dem „schönsten Panorama auf die Lechtaler Alpen“ (lt. Homepage): die Hermann von Barth Hütte. Noch dazu gibt es in ihrer unmittelbaren Umgebung vorzügliche Klettereien im festen Kalkgestein sowie etliche Berg- und Wandertouren.
Es beginnt etwas feucht
Trotz dieser vielversprechenden Voraussetzungen haben sich nur 4 Wettersteiner und ein Gast für das Kletterwochenende angemeldet: Roger, Pete und ich reisen schon am Freitag früh an, Markus G. und Gast Hubert werden am Samstag nachkommen. Für uns beginnt es allerdings feucht, bei der Ankunft in Elbigenalp gibt es einen ordentlichen Regenguss. Wir beschließen, diesen in der Gutmann-Tankstelle Häselgehr bei einer Fleischkas-Semmel abzuwettern und siehe da, bald blinzelt die Sonne schon wieder heraus. Wir satteln die mitgebrachten E-Bikes und können uns damit mehr als die Hälfte des 1.100 Hm lagen Hüttenanstiegs erleichtern. Für unseren Hünen Pete ist mein geliehenes E-Bike leider etwas klein, es sieht mit ihm eher wie ein Kinderradl aus!

Erstes Besichtigen der Umgebung
Nachdem wir auch den weiteren Fußanstieg zur Hütte bewältigt haben, gönnen wir uns einmal ein Bier auf der Terrasse. Leider ist das Wetter heute noch etwas durchwachsen und nachmittags regnerisch vorhergesagt, daher beschließen wir, heute nur ein paar Baseclimbs zu machen. Wir rüsten das Kletterzeug und marschieren ca. 20 Minuten zu den Einstiegen der nahen Wolfebnerspitze, dem Paradekletterberg in dieser Gegend. Hier gibt es neben unzähligen Mehrseillängentouren auch zwei Klettergärten am Wandfuß. Weder Kletter-Motivation noch Sonnenstrahlen sind in ausreichendem Maße vorhanden, so bleibt es heute bei einer Einstiegs-Besichtigungssrunde und anschließendem sehr unterhaltsamen Kartenspielen auf der Hütte.
Es wird aber auch geklettert
An nächsten Tag strahlt die Sonne schon beim Frühstück von einem wolkenlosen Himmel, jetzt passt alles perfekt. Markus, der erst heute von zu Hause angereist ist, trifft schon um 9 Uhr auf der Hütte ein. Wir teilen uns in zwei Seilschaften: Roger und Pete wollen die schwierige „Kauschkaführe“ (VII- bzw. VI/A0) angehen, während Markus und ich einmal gemütlich mit der „Himmelsleiter“ (III+) starten.

In der „Kauschkaführe“, die als eine der schönsten an der Wolfebnerspitze gilt, zeigt Roger wieder einmal sein großes Kletterkönnen und bewältigt diese komplett frei und im Vorstieg. Pete, der heuer noch nicht sehr viel geklettert ist, muss dabei alle Kräfte mobilisieren, um ihm nachzusteigen, wie er uns später berichtet. Jedenfalls große Gratulation an die beiden Könner!
Unsere „Himmelsleiter“ führt Markus und mich sehr luftig ebenfalls den Gipfel der Wolfebnerspitze (2.432 m).

Nach einem spannenden Abstieg im teilweise dritten Schwierigkeitsgrad kehren wir an den Einstieg zurück, wo wir den einheimischen Bergführer Ludwig mit seinem Gast Kevin treffen. Die beiden empfehlen uns, unbedingt noch die „Baderführe“, die sie selbst gerade geklettert sind, anzuhängen. Wir folgen ihrem Rat und finden uns bald im Einstiegsüberhang dieser Kletterroute wieder.

Dieser ist mit V+ bewertet und erfordert alle Kräfte und Tricks, der erste Haken befindet sich nämlich sehr weit oben. Der Rest der Route führt dann im 4. und 5. Grad über steile und traumhaft kompakte Platten in 4 Seillängen auf den Gipfel – ein wahrer Klettergenuss.
Der zweite Abend auf der gemütlichen Hermann von Barth Hütte verläuft noch lustiger als der erste, das gemeinsame „Arschlochelen“ (ein Kartenspiel!) sorgt für viel Gelächter in unserer illustren Runde, die sich mit Bergführer Ludwig, seinem Gast Kevin und dem abends eingetroffenen Hubert erweitert hat.
Die „Helle Schicht“ zum Abschluss

Auch der nächste Tag lässt wieder sonniges Spätsommerwetter erwarten, wir wollen heute – nun zu fünft – die „Helle Schicht“, ebenfalls eine Paradetour an der Wolfebnerspitze angehen. Die beiden Seilschaften bilden heute Roger und Pete sowie Hubert (heute als Führender) mit Markus und mir.


Über sechs genussreiche Seillängen im vierten und manchmal fünften Grad erklimmen wir die Gratscheide der Wolfebnerspitze. Als Abstieg wählen wir das Abseilen über die Route, da uns der Fußabstieg sehr langwierig und brüchig erscheint.

Zurück auch der Hütte gibt es noch eine Stärkung, bevor wir uns von Ronny und Sonja, den ausgesprochen netten Wirtsleuten und ihrem Team verabschieden. Zuerst zu Fuß, dann mit den Rädern geht es hinab zum Parkplatz „Geierwally“ in Elbigenalp und schließlich über das Hahntennjoch nach Hause. Wir lassen ein fantastisches Kletterwochenende mit großartigen Touren in bestem Kalk, einer urgemütlichen Hütte, viel Spaß und bester Kameradschaft ausklingen!



