Gschwentner Rainer, 23.03.2013

Vollkommen neue Aussichten für Buratti Hermann und eine Bestätigung für Isabella Bergmann!

Unser heutiges Ziel nennt sich „Vorderes Kreuzjoch“ und liegt in der Samnaungruppe und hat eine Höhe von 2.845 Meter. „Skigipfel mit dem gewaltigsten Gipfelkreuz Tirols“ steht in der Beschreibung – Juhu, mir ist es gelungen eine Skitour zufinden auf der Hermann noch nie war- ja gibt’s denn das? - und so erscheint Hermann als Erster am Samstagmorgen um 0730 am Pradler Friedhof.

Los geht’s um 09/00 für eine zersplitterte Wettersteinergruppe in Neder (Weiler über See im Paznauntal). Wir nehmen uns den gleichen Ausgangspunkt wie vor 4 Wochen als wir zum Furggler unterwegs waren. Nur damals hatte es -14 Grad und heute haben wir leichte Plusgrade. Eine Frau im Nachhemd gibt uns wieder ihr Einverständnis zum Parken. Wir - das sind heute Josef K., Hermann W. und meine Wenigkeit.

Wolfgang E., Hermann B., Markus G., Bergmann Luggi – unser frisch geschlüpftes Wettersteinerkücken, Ostern steht ja am nächsten Sonntag an - Gerd H. und Freund Hans fahren mit der Bahn bis zur Mittelstation und dann 300 HM abwärts um sich 300 Aufstieg zu ersparen.

Unsere beiden Aufstiegsvarianten kreuzen sich auf ca. 1500 und Wolfi malt ein großes W(ettersteiner) in den Pulverschnee, um zu signalisieren, das die Wettis hier unterwegs sind. Bald haben wir die Liftlertruppe eingeholt, also irgendwie – denk ich mir - hat sich die Bergfahrkarte nicht ausgezahlt.

Bei Punkt 1535 folgen wir dem Sommerweg ins Flathtal hinein und dieser mündet vor dem Flathbach kurzzeitig nochmals in einen Forstweg. Ab der Brücke beim Flathbach folgen wir wiederum dem Sommerweg taleinwärts Richtung Süden, um uns dann rechts hinauf in Richtung Gampertun Alm zu orientieren. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir die Waldgrenze und bewegen uns dann im freien und weitläufigen Gelände auf dem Hochplateau der Gampertuner Almen. Die Felle sind bei den meisten total naß und jeder kämpft irgendwie mit großen Stollen an den Skiern. Das Wetter wird immer besser, man sieht das Gipfelkreuz schon von weitem und das läßt erahnen, daß es riesengroß sein muß.

Zuerst gehen wir leicht ansteigend Richtung Bergrettungshütte (2.250)und dort treffen wir auf die bereits von oben kommenden „Spurer“. Auf die Frage, ob sie am Gipfel waren, verbreiten beide Unsicherheit, da sie abgebrochen haben: Setzungsgeräusche, zu steil, usw. Irgendwie entsteht jetzt ein ungutes und mulmiges Gefühl in der Truppe. Weiter gehen denk ich mir und mal schauen. Ich lege eine neue Spur um einen ca. 35 Grad steilen Hang an. Das funktioniert sehr gut, ich bin mir meiner Sache wieder ziemlich sicher und so kommen wir – mit abwechselndem Skiausziehen zum Fellwachseln - auf den Ostrücken auf ca. 2700 Meter. Die Verhältnisse erscheinen mir gut, obwohl es gegen Mittag geht und die unbarmherzige Sonne vom mittlerweile blauen Himmel immer wärmer wird.

Hermi und ich erreichen als erstes den Umkehrpunkt der beiden Spurer. Eine neue Diskussion entsteht, wie und wohin, rechts? links? Ich bin mir meiner Sache auch nicht mehr ganz sicher, doch da kommt schon der Hermann daher - Mensch hat der wieder eine gute Form - und umgeht die heikle Passage ganz locker. Einzeln, mit Abstand, folgen wir ihm. Danach gibt es aber kein Halten mehr. Ohne weitere Probleme erreichen wir über den langgezogenen Ostrücken das „Vordere Kreuzjoch“ nach ca. 4 Stunden. Alle sind ziemlich ausgepowert.

Am Gipfel ist es windstill und jeder füllt seine leeren Batterien wieder auf. Wo ist der Ortler fragt einer aus der Truppe. Vorschlag: der MBA muß her. Anrufen? nein doch nicht! Weil der wollte ja heute mit dem Goriup B. mal eine lange Tour gehen. Alle sind beeindruckt vom Kreuz, unter dem wir uns wie Liliputaner fühlen. Hr. Bau(ch)ingenieur Eichinger nimmt Maß und kommt auf ca. 20 Meter in der Höhe und 10 Meter in der Breite. Wow!

Nach ca. einstündigem Gipfelaufenthalt erfreuen wir uns dann über makellosen Pulverschnee bis zur Bergrettungshütte hinab. Von dort aus wird der Schnee ein bißchen feuchter, aber ist immer noch gut fahrbar bis hinab zum Flathbach. Entlang des Baches geht es dann zurück bis auf die Abfahrt nach See.

Mit Pizza, Toast und Weissbier - Koxi schmeckt das Alkoholfreie scheinbar noch immer – siehe www.wettersteiner.at/Winter/Tour de la Nuit sur Insbrük – füllen wir unsere leeren Mägen auf. Danach geht’s heimwärts und so sind wir um ca. 1730 am Pradler Friedhof zurück.

Abschließend nochmals zum Hermann – trotz ganztägigen Nachdenkens kann er sich auch im vorigen Jahrhundert nicht an eine Skitour auf diesen Berg erinnern!

Für mich persönlich: Nachdem ich heute draufgekommen bin, das der Luggi in Absam wohnt, möchte ich dem Völser „Grüppchen“ mitteilen, das die „AbsamerMilserZelle“ weiterhin stetig und rasant am Wachsen ist! Teilnehmer – siehe Bericht!

Hardfacts: HM ohne Bahnfahrt 1.650, HM mit Bahnfahrt 1.350, Gehzeit 4 Stunden, Abfahrt für Bahnfahrer 2.200 HM, Distanz für alle ca. 7 km, Exposition N,O;

Und abschließend noch …..heute war wirklich keine Frau dabei – liebe Isabella Bergmann!

Gruß und Tschüss – der Tourenwart, Rainer

 

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