Am Larstigferner
Beim Skidepot
Am Ostgrat
Die Sphinx, dahinter das Gipfelkreuz
Ziel erreicht - Juhu!
Abfahrt über den firnigen Larstigkerner

Helmut Aschauer, 19.6.2013

Der Tourenwinter 2012/13 neigt sich tatsächlich langsam dem Ende zu, da fällt mir noch ein Gipfel ein, der schon lange auf der Wunschliste steht: Der Strahlkogel in den nördlichen Stubaier Alpen, ein markanter steiler Gipfel nördlich des Breiten Grieskogels, der diesen sogar um 7m überragt. Schon im Vorfeld war klar, dass der Strahlkogel nicht ganz einfach zu gewinnen ist, müssen doch von Niederthai 1.750 HM bewältigt werden, der Schianstieg über den Larstigferner oben eine ansehnliche Steilheit aufweist und – zu guter Letzt – ein langer und ausgesetzten Gipfelgrat erklommen werden muss.

 

Der ideale Partner für dieses Unterfangen ist schnell gefunden, Heinz Bürger lässt sich für dieses alpine Abenteuer begeistern und steht am 19.6.2013 bereits um 4 Uhr vor meiner Haustür.

 

In Niederthai angekommen bemerken wir, dass das Gatter, das normalerweise die Straße Richtung Schweinfurter Hütter versperrt, offen steht. Der Doblo fährt deshalb ungehindert bis zur Abzweigung des Fußwegs ins Larstigtal. Dort gehen die Mühen des Tages aber endgültig los, wir tragen die aufgeschnallten Schi ca. 1:15 Std. bis auf eine Seehöhe von 2.280 m. Immer begleitet uns der Anblick der imposanten Nordwand unseres bereits besonnten Gipfelzieles.

 

Weiter geht’s mit Schi Richtung Larstigferner, den wir über seinen westlichen Arm, oben in einer Neigung von 40° ersteigen. Gute Spitzkehrentechnik ist gefragt. Das Schidepot beim Ansatz des Ostgrates erreichen wir nach 3:30 Stunden. Die Rucksäcke bleiben zurück, nur Klettergurt, Seil, Handschuhe und Windjacke nehmen wir über den nun folgenden Ostgrat mit. Dieser kostet uns nochmals 2 Stunden, Schnee- und Felsabschnitte wechseln, teils brüchig und ausgesetzt leitet uns der Grat zum Gipfel. Glücklich reichen wir uns die Hände. Der Blick ins Gipfelbuch zeigt, dass eine Doppelseite pro Jahr genügt, um die wenigen Besteiger des Strahlkogels aufzunehmen. Stolz kleben wir das Wettersteinerpickerl hinein.

 

Nach ein paar Fotos machen wir uns an den Abstieg, der nochmals volle Konzentration verlangt, noch dazu, weil das Seil diesmal am Buckel bleibt.

 

Die Abfahrt über den anfangs steilen Gletscher ist zuerst etwas heikel, die durch die Schi losgetretenen anfänglich kleinen Rutscher entwickeln sich teils zu ordentlichen Nassschneelawinen, denen es auszustellen gilt. Der Talabstieg mit den Schi am Rucksack vergeht auch, so können wir nach insgesamt 9 Stunden beim Doblo „Tal Heil“ und „Pieps aus“ ansagen.

 

Die müden Beine strecken wir bei Radler, Kaffee und Apfelstrudel noch unter einem Tisch des Gasthofs Stuibenfall aus, dann geht diese frühsommerliche alpine Schitour ihrem Ende zu. Zufrieden und um ein schönes Erlebnis reicher verabschieden wir uns in Völs.

 

 

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