Auf dem Gipfel des Bärenbart Kogel
Treffpunkt bei der Moräne
Der rote Kopf liegt weit vor uns
Spur zum Glockhauser
Am Glockhauser ....
Die letzten Schneefelder ...
Schneeband in der Krokuswiese
Mahlzeit Heinz! Blick auf Bärenbartkogel und Weißkugel
Gipfelaufbau Bärenbart Kogel
Rast am Skidepot Bärenbart Kogel
Die Weißkugel in Wolkenfetzen
Die letzten Meter am Roten Kopf
Unzählige Spuren am Freibrunner Ferner
Die Endstation
Gipfelaufbau Roter Kopf
..davon berichten wir heute nicht ...
Die Watschelepartie endet 2:0 für Alt
Von der Moräne auf den Bärenbart Ferner
Der Bärenbart Ferner
Übergang zum Freibrunner Ferner
...und noch eine kurze Werbeeinschaltung ...

Skitourentage im Langtauferertal

 

Bruno Staggl - Mai 2010 

i.V. unseres verhinderten Reiseschriftstellers Klaus Fink

 

Nach Rumänien im letzten Jahr ist für heuer wieder ein hochalpines Ziel angesagt,  das Langtauferer Tal südlich des Reschenpasses mit seinen Dreitausendern der westlichen Ötztaler Alpen. Hemmi, unser Präsident hat alles bestens organisiert, wir müssen nur mehr hinfahren und um gutes Wetter beten.

 

 

Am Mittwoch dem 14. April ist es dann soweit. Das Wetter spielt trotz guter Prognose noch nicht mit und so entfällt die geplante Eingehtour im Rojental. Wir fahren ohne Umwege nach Melag in unsere Unterkunft, das Gasthaus „Alpenjuwel“.

Melag liegt auf 1920 m und wir können trotz geringer Schneelage von hier aus alle unsere Touren mit Skiern starten ohne Fußmarsch und ohne jeden Autokilometer.

Auf 19,00 Uhr zum Abendessen ist die Truppe mit 17 Wettersteinern komplett. Das Essen ist ausgezeichnet, Unterkunft und Wellness sind gut, alles wichtige Zutaten für eine gelungene Auslandsfahrt. Nur der Wirt scheint ein besserer Koch als Gastwirt zu sein, was das Zwischenmenschliche etwas belastet. Trotzdem trübt es das Gesellschaftliche, den zweitwichtigsten Teil einer solchen Fahrt nicht, es sitzt sich ganz gut in unserer Stube und an der Bar.

 

 

Donnerstag

Das angesagte schöne Wette - wolkenlos und kalt. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet gehen wir um 7,30 Uhr los. Die Tour geht über 1350 HM auf den ROTEN KOPF, 3244 m. Die erste halbe Stunde zieht sich bis zur Melag Alm ohne einen Meter Höhengewinn. Ab da geht es rechts hinauf durch lichten Wald zu den freien unverspurten Hängen, die abwechslungsreich in mehreren Steilstufen in die Höhe führen. Unsere „Läufer“ legen eine schöne Spur, wir dahinter genießen den Pulverschnee und den blauen Himmel. Vor dem letzten Steilhang haben vier genug – sie sagen es sei zu steil, aber vielleicht liegt es nur an den unverspurten Hängen, die von unten herauf locken. Der letzte Hang ist wirklich steil, wir gehen in größeren Abständen, bald danach erreichen wir das Skidepot, noch 15 Gehminuten und wir stehen nach 4 Stunden am Gipfel. Ein grandioser Rundblick belohnt uns mit den Ötztalern, der Weißkugel, dem Ortler – die Spezialisten unter uns können noch viel mehr benennen.

Hermann und Hermi zieht es noch die 20 Minuten zum ROTEBENKOPF, 3157 m, hinüber und sie verabschieden sich bald.

 

Jetzt kommen wir in den Abfahrtsgenuss. Der Schnee ist schon etwas schwer (oder sind`s meine Beine?), die Wolken ziehen zu, aber es ist eine Freude. Wir folgen den Spuren unserer vier Vorläufer, die uns die tollen Hänge wieder hinunterführen. Dort landen wir dann alle glücklich in der Bar „Endstation“, die praktischerweise genau am Weg zu unserer Unterkunft liegt. Der erste Tag wird gebührend begossen. Zeit für einen Saunabesuch bleibt auch. Am Nachmittag verstärkt Marius unsere Truppe.

Der Vereinsabend wird umständehalber im Alpenjuwel abgehalten, wie immer unterhaltsam und zeitraubend. Auf Tourenberichte verzichten wir. Manche behaupten, dass zu später Stunde auch die Wirtsleute sehr aufgeräumt gewesen seien – man muss es nur erwarten können.

 

 

Freitag

Es geht auf die Sonnenseite, auf den GLOCKHAUSER, 3021 m, gemütliche 1100 HM. Diesmal zwingt uns der Präsident schon um 6,30 Uhr los, es soll eine Firn- und keine Sulztour werden. Praktisch sofort hinter dem Haus ziehen wir die Skier an und über ein Schneeband die braunen Wiesen hinauf. Auch weiter oben findet sich ein Schneeband, das uns in das Melagtal führt. Nach einem Steilhang öffnen sich, bereits in der Sonne, eher sanfte Hänge, die hinauf bis zum Gipfel reichen. Nach 3 Stunden sind wir oben. Die „Läufer“ finden die Tour zu kurz und machen sich noch auf zum HENNESIGL, 3131 m.

 

Wir anderen vertrödeln die Zeit, schließlich wollen wir im Firn abfahren und kalt ist es auch nicht. Wir erwischen die Abfahrt genau richtig, nach 100 Höhenmetern solala-Schnee nur bester Firn bis zum Gasthaus hinunter. Zuerst weite Hänge, dann Schneeflecken zwischen Felsen und Strauchgruppen, am Schluss die Schneebänder – einfach großartig. Und wieder wartet die „Endstation“ mit ihren Bierbänken und mitgebrachter Jause.

Mäx muss schon abreisen. Josef, Dieter und Andreas stoßen heute zu uns, jetzt sind wir zwanzig. Was gibt es noch zu berichten – ach ja, beim traditionellen Watschelen schlagen die „Alten“ die „Jungen“ 2:0 und feiern dies mit einem Indianertanz. Das erfreuliche trotz Niederlage – ich spiele wieder einmal bei den Jungen.

 

 

Samstag

Die Königstour auf den ÄUSSEREN BÄRENBARTKOGEL, 3471 m, über satte 1600 HM steht auf dem Programm. Es hat über Nacht geschneit, aber der Himmel ist wolkenlos, ideale Bedingungen. Heute gehen wir nicht gemeinsam, wir teilen uns auf. Zwei gehen auf den GRIONSKOPF im Rojental, 2896 m, eine kleinere Gruppe und die, die verschlafen haben, gehen über die Skiabfahrt auf den SCHWARZEN KOPF, 2996 m. Die anderen, die sich um 5,45 Uhr beim Frühstück einfinden, marschieren um 6,30 Uhr los. Wieder über die Melag Alm bis zur großen südlichen Moräne, die uns in weitem Bogen auf den Bärenbart Ferner führt, wir haben uns für den flacheren Aufstieg entschieden. Jetzt sind wir in der Sonne und auf einer imposanten, tief verschneiten Gletscherfläche, nicht zu steil und mit gut angelegter Spur. Das Gruppenverhalten der Wettersteiner ist vorbildlich, die „Läufer“ sind nicht voraus, Rastzeiten werden eingehalten, alle warten zusammen – bis etwa ins erste Drittel des Gletschers. Dann reißen doch zwei Läufer aus. Der eine, Hermi, macht es wie üblich und ist einfach früher oben. Der andere, Heinz B., matcht sich mit einer bayrischen Kleingruppe und landet schließlich auf der WEISSKUGEL, 3739 m. Der Anstieg über diese Seite ist übrigens lohnender als über den Langtauferer Ferner.

Nach 4,5 Stunden queren wir vom Schneegrat durch eine sehr steile Flanke in den Freibrunner Ferner, über den die steilere Aufstiegsvariante führt. Noch 100 HM und fünf unschwierige Gehminuten dann stehen alle nach gut 5 Stunden auf dem Gipfel – das heißt verteilt auf zwei Gruppen, denn so groß ist die Gipfelfläche auch wieder nicht.

Eine großartige Tour, ein großartiger Ausblick bei großartigem Wetter und auf uns wartet noch die großartige Abfahrt über den steilen Freiburger Ferner. Marius und Markus quälen sich als einzige die Einfahrtsflanke zurück und fahren ziemlich einsam bei besten Bedingungen den Bärenbart Ferner hinunter. Wir und die meisten anderen Gruppen nehmen die steile Variante. In zwei Gruppen fahren wir ab. Viele Spuren liegen schon breit gefächert vor uns, aber es bleibt genügend steiler und tiefer Pulver für alle, der Neuschnee von letzter Nacht ist fantastisch. So geht es den ganzen Ferner hinunter bis zur Moräne, wo wir alle zusammentreffen – wow!!!

Die „Endstation“ ist wieder der ideale Ort, um die Tour nochmals durchleben und begießen zu können. Die vom Schwarzen Kogel berichten von einem Lawinenabgang, den sie beobachtet haben und wo sich die zwei mitgerissenen Personen glücklicherweise selber befreien haben können. Am späteren Nachmittag fliegen dann die Hubschrauber, obwohl der Hergang gemeldet worden ist.

Die Lawinensituation ist nicht unkritisch, wie schon den ganzen Winter. Die steilen Nordhänge unterhalb von etwa 2700 m sind durchzogen von Lawinenabgängen, die bis auf den Grund gehen. Wir konnten sie auf unseren Touren gut einsehen.

 

Ein letzter Abend und immer noch ist kein „Einschuss“ von unserem geschätzten Reisekassier Heinz Neuner gekommen. Der finanzielle Polster der Reisekasse ist groß genug – offensichtlich hat es genügend Förderer gegeben.

 

 

Der Sonntag ist als abschließender Firntag im Rojental geplant, fällt aber buchstäblich ins Wasser. In Melag schneit es und am Reschensee schüttet es. So treten wir früher als geplant die Heimreise an, ein letzter gemeinsamer Kaffe in Prutz und wir haben den ganzen Tag zum Ausruhen.

 

 

Es waren tolle Tage im Langtauferer Tal mit drei wunderbaren Dreitausendern und ohne Verletzungen.

 

 

Die Teilnehmer:

 

Aschauer Helmut

Buratti Hermann

Bürger Heinz

Eichinger Wolfgang

Erhart Andreas

Graser Markus

Grasser Franz

Judmaier Gerd

Kogler Josef

Marehart Christian

Massimo Marius

Miller Ossi

Nagiller Dieter

Neuhauser Siggi

Neuner Heinz

Pernter Josef

Schappacher Helmut

Schauer Wolfgang

Schwarzenberger Luis

Staggl Bruno

Wild Hermi

 

 

 

 

 

 

 

 

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