Skitouren im Ahrntal

 

 

Unsere Skitourenwoche schrumpft auf 5 Tage im Ahrntal zusammen. Nachdem im Herbst 2017 eine Auslandsfahrt nach Nepal geplant ist und für etliche Wettersteiner Zeit eine wertvolle Ressource darstellt, haben wir die Skitourenwoche vom Mittwoch, 15.03.2017 bis Sonntag, 19.03.2017 geplant. Das Ziel - Ahrntal - ist ein mehr als anspruchsvolles Tourengebiet, erfordert eine gute Kondition und ebenso alpines Können, zumindest für die Anstiege auf über 3.000m.

Unser Stützpunkt ist das GH Stern in Kasern im hintersten Ahrntal. Hier sind wir bei Igor bestens untergebracht. Das Interesse seitens der Wettersteiner ist groß, insgesamt sind 25 Kameraden angemeldet. Die An- bzw. Abreise erfolgt individuell, sodaß nicht durchgängig 25 Teilnehmer anwesend sind. Grasser Franz ist unser ältester Teilnehmer ( 1936 ), Staggl Gregor (1988 ) unser jüngster Teilnehmer.

Die Schneelage ist perfekt, in Kasern ( Seehöhe 1.600 m ) ist sowohl auf der Südseite als auch auf der Nordseite genügend Schnee. Die Schneequalität leidet ein bisschen unter den hohen Temperaturen.

 

Literatur und Karte:

Ulrich Kössler

Skitouren

Unteres Pustertal und Tauferer Ahrntal

 

AV Blatt 35/3

Zillertaler Alpen

Ost

Wegmarkierungen und Skirouten

 

 

Mittwoch, 15.03.2017

Putzenhöhe

 

Insgesamt 13 Teilnehmer nutzen bereits den Anreisetag für eine Skitour. Wir vereinbaren um 08:00 den Treffpunkt am Parkplatz Europabrücke. Der Weg führt uns hinein in das Pustertal bis nach Kiens. Über eine kleine Bergstraße hinauf bis zum Parkplatz. Hier verhindert ein Schranken bzw. die Schneelage eine Weiterfahrt. Über die ziemlich vereiste Rodelbahn bis zur Moarhofalm. Hier beginnt das eigentliche Skigelände. Über schönes Gelände Richtung Gipfel, zuletzt ziemlich steil direkt über den Südgrat hinauf zum Gipfel. In der Abfahrt fast perfekte Firnbedingungen bis zur Moarhofalm, dann über den Rodelweg bis zum Auto.

Am Weg ins Ahrntal machen wir noch in Pfalzen beim Sportcafe einen Zwischenstop. Nudelgerichte und Bier, sowie Rotwein schmecken hervorragend. Die Weiterfahrt nach Kasern ist unproblematisch und bald parken wir direkt vor dem GH Stern. Igor, unser Wirt, empfängt uns gleich recht herzlich und spendiert eine runde kleine Bier. Wir beziehen unsere Zimmer und richten uns häuslich ein. Das Abendessen ist für 19:00 Uhr terminisiert. Nach dem Essen wird es richtig lustig. Die drei Gitarristen –Mäx, Hermann und Luggi – unterhalten uns bestens. Mit uns sind noch eine Gruppe aus Oberösterreich ( 8 Teilnehmer ) einquartiert. Die unterhalten sich mit uns Wettersteinern bestens.

 

Donnerstag, 16.03.2017

Schientalkopf bzw. Krimmler Tauern Scharte

 

Das Wetter ist perfekt, wir frühstücken um 07:00 Uhr mit frischem Gebäck direkt angeliefert vom Bäcker. Um 08:00 starten insgesamt 17 Teilnehmer Richtung Trinkstein. Gleich hinter dem Gasthaus steigen wir in die Loipe ein. Vorbei an der Prastmannalm und dem Kirchlein Heiliggeist bis zur Jausenstation Trinkstein. Hinauf bis zur Tauernalm. Die Sonne ist nunmehr recht warm und der weitere Aufstieg bis zum Krimmler Tauern Haus ist mehr als schweißtreibend. Das Feld der Wettersteiner ist weit auseinander gerissen. Hermann, Franz, Bernhard und ich bilden das Schlusslicht. Wir erreichen das Krimmler Tauern Joch und beschließen hier die Tour zu beenden. Den Kollegen können wir bereits bei der Abfahrt vom Schientalkopf zuschauen. Mit uns sind etliche andere Tourengeher unterwegs. Es ist ziemlich was los. Die Abfahrt bis nach Trinkstein ist recht passabel, die Schneedecke ist aufgeweicht, der sehr tiefe Firn läßt sich aber fast tadellos fahren. Auf der „Adler Alm“ in Trinkstein kehren wir ein. Hier ist die Hölle los. Wanderer, Langläufer und Tourengeher treffen sich hier. Brettljause, zwei riesige Nudelpfannen, jede Menge Bier und Rotwein und ein Platz in der Sonne bei traumhafter Bergkulisse.

 

Freitag, 17.03.2017

Rauchkofel

Archbichl

 

Heute trennt sich die Gruppe planmäßig. Die „Jungen“ haben den Rauchkofel mit fast 1.700 Hm als Ziel. Wir geben es etwas billiger – unser Ziel ist der Archbichl mit 814 Hm. Auf Grund der unterschiedlichen Ziele sind auch unterschiedliche Abgangszeiten festgelegt. Die Rauchkofelgeher ( 13 Teilnehmer ) starten bereits um 07:00 Uhr, wir ( 12 Teilnehmer ) wie gewohnt um 08:00 Uhr.

Wir zaubern ein bisschen bis wir den richtigen Einstieg am Sommerweg zur Walderalm finden. Letztlich gelingt es aber doch mit einem kleinen Verhauer richtig einzufädeln. Bald ist das kurze steile Waldstück überwunden und wir treffen auf einen Forstweg. Ohne weitere Abzweigung bis zur Mairalm am Forstweg.

Über schönes Skigelände bis zu einem kleinen Joch. Bis hierher ist der Aufstieg leicht und unproblematisch. Der kurze Nordgrat hinauf zum Archbichl ist aber zackig. Manche erreichen den Gipfel mit Ski ein paar tragen die letzten HM die Ski am Rucksack. Herrliches Panorama und tolle Sicht auf den mächtigen Rauchkofel. Alle erreichen den Gipfel. Wir wählen eine andere Route für die Abfahrt kommen aber wieder über tolles Skigelände und guten Firn bis zur Mairalm. Über den Forstweg wieder zurück, diesmal umfahren wir das Waldstück und bleiben auf der Rodelbahn bis Prettau. Dort finden wir direkt an der Straße liegend eine nette Bar zur Einkehr.

Die Chefin oder Bedienung ist jedenfalls eine Wucht. Eine Berlinerin, welche bereits 17 Jahre im Ahrntal wohnt. Die Dialektfärbung zwischen „südtirolerisch“ und „berlinerisch“ ist einmalig, ebenso ihr Outfit. Zurück bis nach Kasern geht es mit dem Linienbus ( 1.--€/Person )

In Kasern treffen wieder beide Gruppen zusammen, die restliche Zeit bis zum Abendessen wird im GH Stern mit Bier, Wein und kleinem Imbiss verbracht.

 

Rauchkofel

 

Der Rauchkofel mit seiner Gipfelhöhe von 3.251 m stellt ein begehrtes Ziel im Ahrntal dar, das heute 13 Wettersteiner angehen wollen. Wir starten um 6:45 und steigen über die Waldner Alm zur Baumgrenze. Von hier aus wird schon der mächtige, pyramidenförmige Gipfelaufbau unseres heutigen Zieles sichtbar. Von weitem schaut es ziemlich unnahbar aus, hoffentlich löst sich die Steilheit etwas auf, wenn wir näher kommen. Bei einem zugefrorenen See machen wir die erste Trinkpause. Über teils steiles Gelände steigen wir auf den Grat oberhalb des Hundskehljoches und dann auf der österreichischen Seite weiter Richtung Gipfel. Die letzten 100 Höhenmeter sind ausgesprochen steil, einige von uns lassen die Schi stehen. Einige andere steigen mit Schi bis zum höchsten Punkt. Nach rund 4:30 Stunden Aufstiegszeit ist es geschafft, wir reichen uns zufrieden aber müde die Hände zum Bergheil.

Die Abfahrt fordert auch noch einiges an Kondition, der Firn ist schon etwas zu weich. Trotzdem kommen alle gut herunter und freuen sich auf das erste Bier auf der Terrasse des Berghotels Kasern.

 

 

Samstag, 18.03.2017

Achsel

 

Das Wetter hat umgeschlagen, vorbei die schönen Sonnentage. Die Vorhersage zeigt Regen und Schneefall. Unser Ziel ist der Achsel – eine Tour welche auch bei Schlechtwetter möglich ist. Wir starten mit etwas Schwierigkeiten. Hermann findet seine Skischuhe nicht und glaubt, daß Reini seine Schuhe fälschlicher Weise am Zimmer hatte. Bis sich das aufgeklärt hatte ist einige Zeit vergangen. Philipp hat überhaupt keine Schuhe mehr gefunden. Auch dieser „Quasidiebstahl“ konnte aufgeklärt werden. Hammerer Gerd der schon für die Abreise zusammengepackt hat, hat die Schuhe fälschlicherweise ins Auto getan. Letztlich erreichen 17 Wettersteiner den Gipfel. Hermann und Wippler W. haben die Tour abgebrochen, Philipp und Bernhard sind bis zur Adler Alm in Trinkstein gegangen.

Im letzten Teil war es noch lästig, der nasse, schwere Schnee hat voll aufgestollt. Die Abfahrt war alles andere als ein Vergnügen, katastrophale Schneebedingungen. Bald erreichen wir wieder den Bach und überqueren ihn an gleicher Stelle wie im Aufstieg. Zwischenzeitlich hat es voll zu regnen begonnen. Wir legen nochmals die Felle auf und gehen die paar HM zurück zur Alm. Die schnelle Truppe hat bereits das eine oder andere Bier konsumiert. In der Alm selbst ist die Hölle los, ein Geräuschpegel, der kaum zu überbieten ist. In der Alm auch eine Truppe Salzburger – es entsteht fast ein Duell wer sich lauter bemerkbar macht. Mäx greift noch zur Gitarre, der Wirt nimmt die Ziehharmonika und ein Salzburger spielt die Teufelsgeige. Die Hütte tobt.

Wir vereinbaren noch einen Stop auf der Prastmannalm ( Heiliggeist ). Auch hier geht es noch recht lustig zu. Um 19:00 Uhr sitzen fast alle beim Abendessen. Mäx und Hemmi kommen direkt mit den Skiern angeschnallt in den Speisesaal.

Hemmi beklagt den Verlust seiner Skistöcke und behauptet dass diese trotz genauester Suche bei der Prastmannalm nicht auffindbar waren. Letztlich hat die freundliche Bedienung die Stöcke ins Gh Stern nachgebracht.

 

Sonntag, 19.03.2017

Abreise

 

Wir sind noch 18 Teilnehmer. Gemeinsames Frühstück um 08:00 Uhr. Das Wetter ist regnerisch und trüb, so daß das Vorhaben noch eine Abschlußskitour zu machen buchstäblich ins Wasser fällt. Ursprünglich wollten Aschi und die „Erhart Brothers“ noch auf Skitour gehen. Um 09:00 starten wir die Heimreise. Im Pustertal ist verkehrlich ziemlich was los. Am Ende des Pustertals kehren wir noch im Putzerhof ein. Ein kurzer Frühschoppen, dann geht es ohne weitere Unterbrechung nach Hause.

 

 

Danke

 

Ein besondere Dank an unseren Präsidenten, der wie immer alles bestens  organisiert und vorbereitet hat. Ein Dank auch an alle Teilnehmer die zum sehr gutem Gelingen dieser Tourentage beigetragen haben.

Unserem Reisekassier Schappi gebührt ein besonderes Dankeschön. Anreisende, Abreisende – Einkehr dort und  Einkehr da,  Verwaltung der Spenden und  der Einschüsse.  Schappi hat alles perfekt im  Griff gehabt. 

 

 

 

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