Aschauer Helmut, 28. Feber 2016

 

Südlicher Schönpleiskopf (2.920 Meter)

Einsames Skijuwel unweit der Partymetropole Ischgl

 

Für heute, den 27.2.2016, hat unser Herr Tourenwart Rainer ein ganz besonderes Schmankerl ausgesucht: den südlichen Schönpleiskopf in der Verwallgruppe. Hier herrschen sehr gute Bedingungen mit ausreichender Schneelage und Lawinenwarnstufe 2 vor.

Für diese Tour, bei der immerhin knapp 1.600 Hm zu bewältigen sind, haben sich 12 Teilnehmer eingefunden. Um 8:40 starten wir vom Parkplatz in Ischgl, wo es sehr turbulent zugeht, aus unzähligen Bussen entsteigen gerade tausende Schifahrer, die sich heute in den Pisten- und Partyrummel von Ischgl begeben werden.

Wir steigen auf der westlichen Talseite gegenüber der Tourismushochburg hinauf und kommen bald zum Eingang des einsamen Madleintales, wo wir den ganzen Trubel hinter uns lassen. Durch dieses wunderschöne Hochtal gelangen wir nach 2 Stunden zum weiten Talkessel der Madleinalpe, der von imposanten steilen Gipfeln wie z.B. der Küchlspitze (3.147 m) umrahmt wird.

Ab hier heißt es spuren, unser Aufstieg führt über mehrere Aufschwünge, teils ganz schön steil, zum Schönpleisjöchl (2.803 m). Schon während des Aufstiegs können wir feststellen, dass uns heute eine traumhafte Pulverabfahrt erwartet.

Nach einigen Metern Höhenverlust westlich des Jochs steigen wir über den Gipfelhang in kurzer Zeit zum höchsten Punkt, einem markanten Felskopf, der weder ein Kreuz noch einen sonstigen „Gipfelschmuck“ trägt. 10 wackere Kameraden treffen nahezu zeitgleich – nach 4 Stunden Aufstieg – hier ein, die Freude ist riesengroß. Die Aussicht ist imposant, vor allem auf den mächtigen Pateriol.

Es ist nicht sehr warm, außerdem macht sich der aufkommende Föhn mit unangenehmen Böen bemerkbar, so beginnen wir nach einer kurzen Rast mit der Abfahrt. Die Erwartungen hinsichtlich Schneequalität werden noch übertroffen, ein weißer Rausch in unverspurtem Gelände beginnt.

Wir treffen dabei auf Hermi und Bernhard, die sich heute die letzten 300 Hm gespart haben. Weiter geht die Abfahrt in derselben Tonart hinunter zur Madleinalpe.

Hier wechseln wir auf die Sonnenseite, wo der Schnee ohne Übergang von Pulver auf Firn wechselt. Weiter unten ist noch ein bisschen Staudenslalom angesagt, die letzten Wiesenhänge hinunter nach Ischgl präsentieren sich wiederum in makellosem Firn.

Am Parkplatz angekommen gratulieren wir Rainer zu diesem 5-Sterne-Tourenvorschlag, viel besser kann man es nicht treffen: beste Schneelage, großartige Landschaft, ein toller Gipfel und noch dazu keine Menschenseele am Weg.

Was wäre eine Tour bei Ischgl ohne ein bisschen Partyleben? Wir gehen zu Fuß durch eine Unterführung in die Spaßmetropole, schlendern durch die von Après-Ski-Hungrigen gefüllten Gassen und kehren natürlich auch zu. Den Höhepunkt bildet für uns der Besuch in der Trofana-Alm, wo wir gleich von der Partystimmung angesteckt werden, da könnte man schon ein paar Stunden abtanzen und auftanken.

Aber die Heimfahrt muss ja auch noch bewältigt werden, Frauen und Kinder warten, einer muss sogar noch kochen. So brechen wir nach zwei Runden kleiner, sehr teurer Bier auf und erreichen die Heimat um ca. 18 Uhr. Ein Tourentag der Extraklasse geht zu Ende!

Teilnehmer: Rainer, Mario, Reini, Much, Wolfi S., Seppl, Maros, Manni, Mäx, Hermi, Bernhard G., Hemmi.

 

 

 

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