Bilder:

Blick zur Dreischusterspitze und den drei Zinnen
In der Kirche von Kalkstein
Bei der Aufnahme des Neumitgliedes Dieter (l.)
Die Gaststube mit der Wettersteiner-Deko
Auf der Kreuzspitze
In Kalkstein
Aufstieg zur Hochgrabe
Hochgrabe
Rast nach der Hochgrabe
Der Hauptpreis für unsere nette Wirtin Hildegard
Karmelisenalm
Über den NO Grat zum Roten Kinkele
Auf der Karmelisenalm

Schitourentage im Villgratental

Klaus Fink

Am 29. März 2006 hole ich Grasser Franz und Gschwentner Rainer um 16:00 Uhr ab und wir fahren ohne Probleme über den Brenner nach Brixen, weiter in das Pustertal bis nach Sillian und dann links ab in das Villgratental. Ziel der Reise ist der Gasthof Bad Kalkstein im hintersten Teil des Tales. Im Laufe des Abends treffen 23 Wetter­steiner dort ein, wir genießen das hervorragende Abendessen und lassen uns die eine oder andere Flasche Wein gut schmecken.

Gaishöndl, Toblacher Pfannhorn und ein Lawinenabgang

Am nächsten Morgen gibt’s um 07:00 Uhr Frühstück. Das Wetter ist mittelmäßig. Unser ausgewähltes Tourenziel ist das Toblacher Pfannhorn mit 2.663 m. Über die Rodelbahn hinein, mehrere Lawinenkegel überquerend gehen wir Richtung Kalkstein. Der Weg führt uns an der Alfenalm vorbei in das Alfental hinein. Vor uns eine Gruppe von Tourengehern, welche die Spurarbeit erledigen.

Aschi und Hermi sind weit voraus, und weichen von der angelegten Spur ab. Als nachfolgende Gruppe lassen wir uns von der eingeschlagenen Route der beiden abhalten und steigen direkt über die Ostflanke auf den Gipfel. Wir müssen feststellen, dass wir nicht am Pfannhorn, sondern am Gaishörndl mit 2.615 m stehen.

Die Gruppe teilt sich am Gipfel noch einmal, etliche Teilnehmer fahren über den Grat Richtung Süden zum Pfanntörl ab und steigen wiederum auf das Pfannhorn auf. Aschi, Hermi und Rainer gehen sogar noch bis zum Marchkinkele weiter.

Der Rest der Gruppe macht sich an die Abfahrt vom Gaishörndl. Über den Gipfelhang hinunter mäßige Bedingungen, man spürt die gefrorenen Spuren unter der Neuschneeauflage. Im weiteren Verlauf gute Pulverbedingungen. Auf ca. Höhe 1970 m entscheiden wir nicht auf der Aufstiegsspur abzufahren, sondern folgen den frischen Abfahrtsspuren. Zwei Abfahrtsspuren vor uns, queren wir einen relativ steilen Hang. Schauerele, Eichi und Albin sind bereits am sicheren Rücken angelangt. Der nächste der den Spuren folgt bin ich und in unmittelbarer Nähe zu mir fährt Nagiller Dieter in die Querung ein. Hinter uns noch Siggi, Ossi, Charly und Heinz.

Ein Riss und plötzlich löst sich auf eine Länge von ca. 25 – 30 m Länge der Hang mit ca. 60 cm Mächtigkeit. Das Schneebrett reißt Dieter mit. Auf Grund der Geländebedingungen ist nur durch die Zurückgebliebenen eine teilweise Einsicht in die Lawinenbahn möglich. Große Ungewissheit und eine Schrecksekunde lassen uns mehr oder weniger untätig verharren. Die Sekunden kommen uns wie eine Ewigkeit vor, plötzlich sieht Eichi, wie Dieter am Ende der Rinne (60 – 70 HM) unverletzt herausfährt und im sicheren Gelände wartet.

In gesicherter Position warten wir zusammen und sind heilfroh, dass es so gut ausgegangen ist. Dieter zeigt sich sehr gefasst, hat den Ernst der Situation jedoch voll erkannt. Man muss halt auch einen Schutzengel haben.

Bald sind wir wieder in Kalkstein angelangt. Der erste Weg führt uns in die Kirche. Die Gedanken sind voller Dankbarkeit und jeder für sich bewältigt dieses Ereignis etwas anders.

Ein Saunagang in der neuen und komfortablen Sauna in unserer Unterkunft tut sehr gut. Nach dem Abendessen haben wir ja heute noch unseren Clubabend abzuhalten.

Aufnahme von Nagiller Dieter als Wettersteiner

Mit besonderer Liebe haben Charly und Heinz unser Gastlokal in die „Wettersteinerstube“ umfunktioniert. Das Wettersteinerwappen, geschmückt mit Tannenzweigen und der Wettersteinerteppich, geben dem ganzen ein besonderes Flair.

Aschi sichert jedem Anwärter ein faires Aufnahmeverfahren zu, so auch unserem Aspiranten Dieter. Der Name Nagiller hat bei den Wettersteinern eine große Tradition, so freuen wir uns alle einen neuen Wettersteiner im Verein begrüßen zu können. Die Diskussion über die sogenannte „Wettersteiner Probezeit“ und das in dieser Zeit gezeigte Interesse an Vereinsabenden und sonstigen Veranstaltungen hält sich in Grenzen.

Die Nacht war sehr warm, es hat geregnet. Trotzdem beschließen wir auf Tour zu gehen. Die Kreuzspitze (2.624 m) liegt im hintersten Roßtal. Bei der Alfenalm zweigt rechts der Forstweg ab, welcher in das Roßtal führt. Im Verlauf der Tour bessert sich das Wetter. Der Regen im Tal der vergangen Nacht liegt hier als Neuschnee. Im oberen Verlauf der Tour ca. 20 cm. Über Mulden und Rücken, steiler werdend, bis man zum Schluss in einer weiten Schleife vom Westen her den Gipfel erreicht.

Ein mächtiges fast 10 m hohes Gipfelkreuz steht majestätisch im Nebel. Wir beeilen uns etwas mit der Abfahrt, da wir die Tageserwärmung fürchten. Sehr schönes Skigelände und guter Pulver (mit leichtem Sonnenstich ) lassen die Abfahrt genussvoll werden.

In mehreren Gruppen wird abgefahren. Einzelne wollen bei den Talalmen noch die Sonne genießen, während andere gleich nach Kalkstein hinausfahren. Um 11:40 Uhr sitzen die ersten bereits im GH Kalkstein auf der sonnigen Terrasse. Unser Ober Gebhard freut sich uns wieder zu sehen.

Die frühe Zeit im GH, die herrliche Sonne auf der Terrasse und das gute und viele  Bier lassen die Stimmung schnell und stark ansteigen. Schauerle wird im Verlauf des Nachmittages etwas übermütig und glaubt mit dem Verblasen von Bierschaum eine besonders gute Idee zu haben. Diese Idee wird von mir als unmittelbar Betroffener aber gar nicht als lustig empfunden. Ob der scharfen verbalen Äußerung meinerseits dazu zeigen sich einzelne Wettersteiner etwas überrascht.

Als Gebhard letztlich noch eine Lawinenwarnung für die Talfahrt über die Rodelbahn ausgibt, entscheiden sich einzelne über die Straße zu Fuß hinaus zu gehen. Die letzten verlassen das GH in Kalkstein um ca. 18:15 Uhr. Ein langer und humorvoller Nachmittag geht dem Ende zu.

Um 19:00 Uhr bekommen wir wieder unser hervorragendes Abendessen und haben wir danach bereits den zweiten Diavortrag vor uns. Schappi zeigt seine Dias von den Westalpen her. Die Kollegen Buratti und Grasser sowie Schauer haben sich im Verlauf der Zeit doch mehr oder weniger stark verändert.

Schauerle feiert heute noch ein besonderes Jubiläum. Sein Lawinenabgang am 31. März 1989 vor 17 Jahren am Schafzoll ist als zweiter Geburtstag zu feiern. Schauerle zeigt sich mit einer Weinspende von 10 Flaschen Rotwein sehr spendabel.

Hochgrabe, die Königin der Villgratner Berge

Die Nacht war sternenklar. Minusgrade in der Früh und schönes Wetter. Tagwache um 06:00 Uhr und um 06:45 Uhr verlassen wir unser Quartier. Unser Ziel ist die Hochgrabe (2.951 m).

Wir müssen mit den Autos bis nach Innervillgraten fahren und können noch ein paar HM mit dem Auto zurücklegen. Der Ausgangspunkt liegt bei ca. 1547 m, hier zweigt der Forstweg direkt in das Einettal ab. Um 06:55 Uhr kommen wir zum gehen. Das Wetter ist traumhaft schön. Mit mäßigem Höhengewinn, vorbei an schönen Almen kommen wir bis kurz vor dem Talschluss. Nun zweigt der Weg steil links ab. Die Harscheisen werden benötigt.

Dieser Südhang erfordert schon eine gewisse Vorsicht, und die Harscheisen sind sehr hilfreich. Unser neuer Wettersteiner Dieter Nagiller wählt mangels Harscheisen den Aufstieg zu Fuß. Bruno hat besonders Pech. Bei einer Spitzkehre verliert er den Ski, welcher ca. 100 HM abfährt und dabei wird leider die Bindung beschädigt. Bruno kann sich aber die Skier von Ossi ausleihen. Die Wettersteiner sind auf mehrere Aufstiegsgruppen aufgeteilt.

Über schönes Gelände steigen wir hinauf bis zur Ainetlenke. Nun kommt man in die Nordflanke der Hochgrabe. Etwas flacher und in einem weiten Bogen ausholend erreicht man über den NO – Grat letztlich den Gipfel.

Ein wirklicher Traumgipfel. Hervorragende Aussicht auf die benachbarten Berge.

Bei der Abfahrt teilen wir uns in zwei Gruppen. Ein Teil wählt die anspruchsvolle Abfahrt direkt vom Gipfel nach SW hinunter, der Rest bleibt auf der normalen Abfahrtsroute. Im weitern Verlauf wechselt der Pulver auf Firn. Eine schöne Abfahrt bis zu den Almen im Talgrund. Eine kurze Sonnenrast, dann über den Forstweg mit kurzen Unterbrechungen hinaus bis zu den Autos. Eine traumhafte Tour wird beendet.

In Innervillgraten kehren wir im GH Raiffeisen ein. Die Bedienung ist sehr flexibel, richtet mit unserer Hilfe gleich auf der Terrasse entsprechende Sitzgelegenheiten her und bewirtet uns vorzüglich. Unmittelbar neben dem GH und unterhalb des Gemeindeamtes finden wir eine nette Wiese um den legendären Watschelevergleichskampf auszuführen.

Watschelen mit olympischer Beteiligung endet 1:1

Alt gegen jung bei einem Durchschnittsalter von 58,49 Jahren ist etwas vermessen. Trotzdem ist es immer wieder eine besondere Gaudi. Eine Bereicherung ist dabei unser neuer Wettersteiner. Nagiller Dieter hat eine ausgefeilte Technik. Er watschelet wie ein Olympionike beim Diskuswurf und bekommt daher auch den Beinamen „der Grieche“. Die Jungen gehen mit 1:0 in Führung, die Alten gleichen auf 1:1 aus, so dass ein gerechtes Unentscheiden in die Statistik eingeht.

Um 16:30 Uhr verlassen wir das GH Raiffeisen und fahren wieder zurück zu unserm Quartier. Relaxen und Sauna, dann ist der Nachmittag vorbei. Pünktlich um 19:00 Uhr geht es wiederum zum Essen.

Im Anschluss daran haben Charly und Heinz etwas besonders vorbereitet. Eine Riesentombola – jeder Wettersteiner zieht ein Los und jedes Los gewinnt. Auch unsere sympathische Wirtin Hildegard wird in das Spiel einbezogen. Eine Riesengaudi und tolle Einfälle von Heinz und Charly zu den Geschenken. Den Hauptpreis gewinnt natürlich unsere nette Wirtin Hildegard. Sie erhält einen Gutschein für eine Ganztagsschneeräumung. Als Vorgeschmak wird ihr dazu eine Fotomontage überreicht. In diesem Bild ist Neuhauser Siggi im Adamskostüm mit einer Schneefräse zu sehen. Eine Montage die alle Beteiligte zum Lachen bringt.

Rotes Kinkele – ein Juwel zum Abschluss

Heute ist unser letzter Tourentag. Wir frühstücken wiederum um 07:00 Uhr und die Abfahrt wird samt Gepäck auf 08:00 Uhr vereinbart. Auf Empfehlung des Wirtes wählen wir das Rote Kinkele (2.763 m) als unser Ziel. Ziemliche Hektik bei der Abfahrt, diese erfolgt naturgemäß nicht geschlossen. Wir fahren bis zur Abzweigung zur Unterstalleralm kurz vor Innervillgraten und über die Straße hinauf bis nach Fürat. Wir können direkt bei den Autos die Skier anziehen. Der Weg führt uns ein Stück über einen Forstweg, dann den alten Skispuren folgend durch den Wald hinauf, bis zur einzigartigen Karmelisenalm: Ein traumhaft schönes „Almdorf“ mit einem netten Kirchlein.

Von der Alm geht es in mittelsteilem Gelände zügig bergan. Über Rücken und Mulden hinauf bis zum Nordgrat und über diesen zum eigentlichen Gipfel. Der Grat an zwei Stellen etwas ausgesetzt, so dass Vorsicht geboten ist. Am Gipfel genießen wir die herrliche Aussicht auf die benachbarten Berge. Das Wetter verschlechtert sich ein bisschen. Bald machen wir uns wieder an die Abfahrt. Der Schnee im oberen Bereich nicht besonders gut. Dort wo Firn erwartet wird ist die Sonne leider zu schwach, es bleibt unaufgefirnt, aber trotzdem tadellos zu fahren.

Bei der Kamelisenalm treffen wir wieder zusammen und genießen am Balkon die jetzt wieder scheinende Sonne. Nach gemütlicher Rast fahren wir über den Forstweg problemlos bis zu den Autos. Nach einem Mittagessen im bereits bekannten GH Raiffeisen in Villgraten machen wir uns an die Heimreise. Den Schlusspunkt dieser schönen Tourentage bildet wie so oft ein Abschiedstrunk im Olympia am Brenner.

 

 

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