Die Friedrichshafnerhütte im Nebel
Auf den Hohen Köpfen
...runter geht's zum Quartier!
...kochen kann er super unser Markus
...und lustig ist es auch...
Aufstieg zum Sandbichljoch
Runter geht's ins Verwall
..und raus zur Konstanzerhütte

Endlich Menschen....
Das gefällt sogar dem GoGoBernie!

Helmut Aschauer, 3.Jänner 2014

 

Let's go Kanguruh! - Dieter Aschauer Gedenktour 2013

Das Wetter und die Lawinensituation machen es uns heuer nicht leicht, ein geeignetes Ziel für die Dieter Aschauer Gedenktour (DAGT) zu finden: Diese alljährliche Tour zwischen Weihnachten und Silvester, die wir im Gedenken an meinen am 28.12.1982 verunglückten Bruder Dieter durchführen, soll nämlich einigen Ansprüchen gerecht werden: Sie soll in ein außergewöhnliches und möglichst neues Tourengebiet führen, die Übernachtung soll in einem Winterraum stattfinden, trotzdem müssen Sicherheit und Durchführbarkeit gewährleistet sein. So fällt die Wahl heuer auf die Durchquerung der Verwallgruppe vom hintersten Paznauntal nach St. Anton.

 

10 begeisterte Tourengeher, 7 Wettersteiner und 3 Gäste, finden sich am 29.12.2013 zusammen, um dieses Abenteuer zu bestehen. Wir treffen uns um 09:45 am Bahnhof in Landeck, parken dort unsere Autos und fahren mit dem kostenlosen Schibus bis Valzur. Es schneit ein bisschen, als wir den Aufstieg zur Friedrichshafener Hütte (2.138 m) beginnen. Die Rucksäcke sind schwer, lautet doch die Devise bei der DAGT: Verpflegung in fester und flüssiger Form ist von jedem Teilnehmer in ausreichender Menge selbst mitzubringen.

 

Nach rund eineinhalb Stunden sind alle 10 auf der Hütte angekommen, dank des von Rainer beim Alpenverein besorgten Schlüssels lässt sich der Winterraum problemlos aufsperren. Wir staunen nicht schlecht über die komfortable und geräumige Unterkunft. Es gibt hier einen Aufenthaltsraum mit Tisch, Küche und Ofen, einen eigenen Schlafraum mit 10 Lagern sowie ein Plumpsklo. Sofort wird der Ofen angefacht und mit Holz und Kohle kräftig eingeheizt.

 

Der Tag ist noch jung, so beschließen wir, am Nachmittag auf die Hohen Köpfe (2.608 m) aufzusteigen. Das Gelände ist komplett unverspurt, der Pulverschnee traumhaft. Leider fehlt aber eine ausreichende Unterlage. So spüren wir schon beim Aufstieg den einen oder anderen Stein durch. Alle erreichen den Gipfel, das Wetter spielt auch einigermaßen mit. Nach dem Berg Heil schwingen wir über die ersten Hänge in staubendem Pulver hinunter. Man muss jedoch etwas defensiv fahren, denn im Neuschnee sind einige Tretminen versteckt. Manfred, ein Freund von Maros, kümmert das wenig, er lässt seinen breiten Freeride-Schiern ungehemmten Lauf.

 

Zurück auf der Hütte kann nun der gemütlich Teil beginnen. Diverse Käse- und Wurstspezialitäten, allen voran eine slowakische Jausenwurst von Maros, werden gereicht, dazu Dosenbier verschiedenster Brauereien. Etwas später serviert Chefkoch Markus (Graser) zweierlei Suppen: zuerst eine köstliche Kombination aus norwegischer Cremesuppe von Marius und der berühmten Bärlauchcremesuppe, anschließend noch Fleischklößchen nach Rainers Rezept. Der Hauptgang besteht aus Spaghetti mit einem Sugo-Potpourri, verfeinert mit Parmesan und Chilisalz, dazu frischer Salat mit Marinade à la Gori-Börni. Zu den Nudeln darf selbstverständlich der Rotwein (inzwischen auf Trinktemperatur) nicht fehlen. Zum Dessert – Weihnachtskeks von Heinz (Bürger) und Schokolade – wird slowakischer Slivowitz in Kombination mit Glühwein und Jagatee verkostet.

 

So nimmt der Abend einen gemütlichen und ausgelassenen Lauf. Zu späterer Stunde hat Gast Mario noch eine besondere Überraschung bereit: Er stellt einen Vereins-Aufnahmeantrag und überreicht dazu ein kleines Fläschchen Whisky an die illustre Runde. Wir freuen uns sehr über die Aussicht auf neuerlichen Vereinszuwachs, vor allem weil der Aufnahmewerber ein sehr sympathischer und sportlicher Bursche ist, ein "Supermario" sozusagen.

 

Am nächsten Morgen ist Bilderbuchwetter angesagt, keine Wolke am Himmel. Nach dem Frühstück wird der Winterraum zusammengeräumt, jeder legt Hand an. Kurz vor 9 Uhr sind wir fertig und können unsere Tour fortsetzen. Das erste Ziel heißt Schafbichljoch und erfordert einen Aufstieg von 600 Hm. Im Spitzkehrengelände geht es über einen langen Steilhang hinauf. Oben angekommen entschließen wir uns noch einen Gipfel mitzunehmen, bevor wir die Abfahrt durch das lange Verwalltal antreten. Aus einem Gipfel werden sogar zwei, Rainer führt den Großteil der Gruppe auf die Grafspitze (2.885 m), während Heinz zuerst noch den Grauen Kopf (2.793 m) "mitnimmt". Wir genießen die herrliche Aussicht auf die unberührte Verwallgruppe mit dem alles beherrschenden Pateriol, auf die Silvretta- und Samnaungruppe bis hinunter zum Ortler.

 

Nun beginnt der streckenmäßig längste Teil der Tour, die Abfahrt bis St. Anton. Zuerst stauben wir genussreich über mäßig steiles Gelände rund 500 Hm hinunter in den Talboden, der eine oder andere Stein macht sich am Belag bemerkbar. Im Talgrund angelangt heißt es abschnittsweise Flachstücke überwinden, was teils mit mühsamer Schiebe- und Spurarbeit verbunden ist. Bis hinaus zur Konstanzer Hütte und schließlich zum Rasthaus Verwall sind es insgesamt rund 17 km, mit einigen Gegenanstiegen garniert. Aber alles hat ein Ende, um ca. 15 Uhr können wir bereits das wohlverdiente Schnitzel und Bier im Rasthaus Verwall bestellen.

 

Die Tour ist noch nicht zu Ende. Rainer, nicht nur unser Touren-, sondern auch Partywart, wünscht sich den Abschluss der DAGT im Krazy Kanguruh, einem Après-Ski-Lokal an der Piste über St. Anton. Wir fahren mit dem Linienbus vom Rasthaus Verwall hinaus bis oberhalb von St. Anton und queren über die Piste direkt in dieses Ziel aller Träume: Nach zwei Tagen der Stille ist sie schon ein mittlerer Kulturschock, diese dröhnende Bude, aber nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung gefällt's uns hier immer besser. Ob dazu auch die bildhübschen blonden Kellnerinnen beigetragen haben?

 

Kurz nach 18 Uhr bringt uns der Schnellzug zurück nach Landeck, wir trennen uns schweren Herzens. Ein außergewöhnliches Bergabenteuer, das nicht nur vom Tourenerlebnis, sondern auch von der Kameradschaft und vom Spaß her keine Wünsche offengelassen hat, geht seinem Ende zu.

 

Teilnehmer: Bernhard, Rainer, Marius, Markus G., Heinz B., Maros, Hemmi, Mario, Manfred, David.

 

 

 

 

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