Gregor Staggl, 7.10.2012

Schüsselkarspitze – Rainer-Aschenbrenner

“Unglaublich schöne und ausdauerende Kletterei am Limit”

Datum: Samstag 6. Oktober 2012

Mit dabei: H. Aschauer, G. Staggl

Ausgangspunkt: Oberleutasch, Parkplatz Auhalten

Kletterroute: Rainer-Aschenbrenner; Wandhöhe: ca. 470m

Seillängen: 8; Schwierigkeit: 7

Start: 8:00 Uhr; Dauer: ca. 9h; Wetter: sonnig, warm

Wieder einmal verschlägt es Hemmi und mich ins schöne Wetterstein zur Schüsselkarspitze, wo wir vor einem Jahr gemeinsam die ’Jörg-Simon’ Route als meine erste Mehrseilroute auserkoren hatten. Heute haben wir uns ein schwierigeres Projekt gesetzt, die ’Rainer-Aschenbrenner’, und im Gegensatz zur letzten Woche, als die Tour eigentlich geplant war, ist das Wetter ideal.

Schon um 6:30 Uhr holt mich Hemmi zuhause ab und wir fahren mit dem Doblo bis nach Oberleutasch. Dort laden wir am Parkplatz Auhalten die mitgebrachten Räder aus und machen uns um kurz vor 8:00 Uhr auf den Weg.

Gleich zu Beginn erwartet uns eine steile Schiebestrecke, doch dann führt eine angenehme Forststraße bis knapp unter die Wangalm hinauf. Zum Schluss müssen wir nochmals schieben und erreichen ca. eine Stunde später die Alm.

Von hier geht es zu Fuß weiter und wir gehen auf dem bereits bekannten Weg, vorbei an Boulderfelsen bis zum Scharnitzjoch. Von hier führt uns der Grat bis zur Wand und wir folgen dieser entlang bis zum Einstieg der Route, den wir um ca. 9:40 Uhr erreichen.

Wir legen unsere Ausrüstung an, deponieren die Rucksäcke und schon geht es los. Den Anfang bewältigen wir ohne Sicherung, da uns nur eine kleine Viererstelle als Schwierigkeit erwartet.

Im weiteren wird uns aber kein Meter mehr geschenkt. Es beginnt Hemmi im Vorstieg und er überlässt mir dadurch die Schlüsselstellen in der 2. und 4. Länge. Er klettert eine Verschneidung hinauf, die an ein paar Stellen noch etwas feucht ist. Doch mit S1 bewaffnet, gibt es keine Probleme.

Bei der nächsten Länge kommt es schon zur ersten 7- Stelle. Ein Riss führt mich durch eine Platte an einem Pfeiler vorbei und mit guter Trittwahl lässt sich diese Stelle bald bewältigen. Nun sehen wir auch weitere Seilschaften, die sich auf die Verfolgung machen und wir sind froh, so früh gestartet zu sein.

Die nächste Länge führt Hemmi durch eine weitere Verschneidung und schließlich gelangen wir zum Stand vor der Schlüssellänge.

Die ersten Meter führen über eine glatte Wand, wo die Wahl der Route etwas an Überlegung bedarf. Nun komme ich unter das Dach und ohne die als Hilfsmittel eingehängte Bandschlinge zu verwenden, kann ich mich über den Überhang kämpfen. Damit wäre die 7er-Stelle mit viel Anstrengung geschafft. Nun geht es ein paar Meter etwas gemütlicher weiter und knapp unter dem Stand wird es noch einmal happig. Doch schließlich erreiche ich den Stand, onsight, ein tolles Gefühl.

Es folgen noch 3 weitere Seillängen, die auch ihre Tücken haben. Die Ausstiegslänge führt dann nur mehr durch Gehgelände bis an den Grat. Um ca. 14:00 Uhr haben wir es dann geschafft.

Wir folgen dem Grat noch bis zum Gipfel der Schüsselkarspitze, wo wir einen kurzen Blick in die Biwakschachtel werfen.

Schließlich steigen wir den Grat entlang in die andere Richtung, vorbei am Ausstiegspunkt bis zur Abseilpiste. Diese bringt uns in 7 Längen wieder zum Einstieg, wobei viele der Längen ziemlich überhängend sind, was die Abseilerei umso spannender macht.

Beim Einstieg angekommen, versorgen wir unsere Ausrüstung und versuchen über einen direkteren Weg zur Wangalm zurückzukehren. Dieser erweist sich aber als die schlechtere Wahl.

Nichtsdestotrotz kehren wir gut zur Alm zurück, wo wir uns noch ein Bier und eine ausgezeichnete(!) Kaspressknödelsuppe schmecken lassen.

Die Abfahrt zum Parkplatz wird dann auch noch einmal abenteuerlich, da sich der steile Weg an manchen Stellen gar nicht so leicht befahren lässt.

Um ca. 17 Uhr kommen wir dann wieder beim Auto an und so machen wir uns nach diesem ereignissreichen Tag wieder auf den Heimweg.

 

 

 

 

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