Hinein ins Fimbertal - der Heidelberger Hütte entgegen




Blick auf die Heidelberghütte
Geschafft: Fimbapass
Ein g'scheiter Downhill
Hinunter geht's ins Val Sinestra
Endlich wieder Österreich - "nur" mehr 40 KM bis zum Ziel

Gschwentner Rainer, Sep 2015

 

Die MKMB-Tour….oder ein sehr sehr langer Weg auf der Suche nach 2.000 Höhenmeter…

Warum MultiKultiMountainBikeTour? Ein Bayer – Elias -, ein Slowake – Maros - und ein Tiroler – Rainer, seines Zeichens Tourenwart der Alpinen Gesellschaft Wettersteiner – begeben sich auf eine lange Reise und das noch die meiste Zeit außerhalb der EU. In zwei Wochen steht meine TransAlpTour zum Gardasee an, darum muss am Wochenende noch eine g‘scheite Challenge – sozusagen die Generalprobe – her. Ziel soll diesmal der Fimbatrail in der Samnaungruppe sein. 2700 Höhenmeter und 119 Kilometer von Landeck über den Fimbapass und zurück nach Landeck sind angesagt.

Samstag, 22. August, ein herrlicher Spätsommertag. Treffpunkt Park & Ride Parkplatz in Landeck um 07:45. In der Hoffnung uns auf dem Weg nach Ischgl 700 Höhenmeter und 30 Kilometer zu sparen, wählen wir den frühen Start. Gut schaut es aus, dass wir drei der fünf Mountainbikeplätze am Heck des Postbusses erhaschen, denn außer uns fährt von hier weg keiner ins Paznauntal . Noch schnell ein Kipferl beim Bäcker Ruetz, die Räder hinten rauf auf den Postbus und ab nach Ischgl (1.377 HM). Dort kommen wir um ca. neun an. Kalt ist es bei 9 Grad.

Von Ischgl geht es gleich richtig steil rauf, so dass es uns gleich warm ums Herz wird. Alleine sind wir auf dem Weg nicht unterwegs. Viele haben an diesem Tag dasselbe 1. Ziel gewählt: Die Heidelbergerhütte auf 2.264 Meter. Ab der Mittelstation zur Idalp bis zur Gampenalpe ist es eine asphaltierte Straße mit mäßiger Steigung und dann geht es auf einem guten Schotterweg in ca. 1 Stunde hinein in das Fimbatal. Wir passieren die Staatsgrenze in die Schweiz, tauschen unsere Mountainbikes in Velos um und fahren stetig der Heidelbergerhütte entgegen.

Dort kommen wir um ca. elf Uhr an. Wir haben aber erst ca. 16 Kilometer hinter uns. Maros und Elias wollen gleich weiter, aber ich lade die beiden auf einen Kaiserschmarrn mit 3 Gabeln ein. Wir befinden uns ja lt. Wegschildern schließlich auf dem kulinarischen Jakobsweg. Mit dem Kulinieren taucht dann plötzlich von Maros die Frage auf, wo wir denn heute eigentlich die 2000 Höhenmeter mit dem Rad machen? Diese waren ja von mir angekündigt worden. Bis zur Heidelbergerhütte waren es ja von Ischgl bloß ca. 900 HM und jetzt haben. wir noch bergwärts eine Schiebe – und Tragepassage von ca. 350 Höhenmeter vor uns. Auf die Schnelle zusammengerechnet ergibt dies 1.250 HM. Vom Fimbapass geht es dann ja „nur mehr“ runter bis Landeck. Vor der Weiterfahrt jedenfalls kann dieses Rätsel von uns Drei keiner mehr lösen.

Wir brechen dann gegen Mittag Richtung Fimbapass auf. Es folgt nun eine – für mich – längere Schiebepassage. Maros und Elias fahren Teile davon. Auch ich probiere es immer wieder, aber in weiser Voraussicht bzw. Respekt auf die noch fehlenden ca. 1.000 Höhenmeter (lt. Routen-beschreibung) versuche ich mich nicht auszupowern.

Die letzten Meter auf den Fimbapass (2.608 HM) muss JEDER schieben. Wir kommen oben um ca. 12:45 an. Es ist angenehm warm und die Landschaft ist beeindruckend. Nach einigen Selfis und einem wahren Fotoshooting steht uns nun ein ca. 600 Höhenmeter Downhill bevor. Hier erweist sich Elias als wahren Meisterkönner auf dem Velo. Auch Maros muss immer wieder tragen und schieben. Über meine Downhillkünste will ich hier gar kein Wort verlieren, obwohl je länger der Trail dauert, umso mehr traue ich mir dann selber zu.

Bei Kilometer 27 verlassen wir dann über eine Brücke den Trail und gelangen auf einen auch für mich fahrbaren Schotterweg runter nach Vna. Die Abfahrt durch das Val Sinestra scheint nicht mehr zu enden und wir genießen jeden Meter mit vollem Speed. Die Landschaft ist beeindruckend. Das herrliche Wetter, die saftig grünen Wiesen und der Ausblick auf die Uinaschlucht tragen zu einigen Adrenalinausstößen bei. Einfach Mountainbiken in Reinkultur.

In Vna (1.632 HM) kommen wir dann um ca.14:30 an. Hier beginnt dann die Höhenmeterdiskussion von Neuen. Maros pocht auf die von mir versprochen 2000 Höhenmeter ( „es sind ja eh durch das Postbusfahren schon um 700 weniger geworden“) und das ja der Präsident Hemmi auch auf die Einhaltung versprochener Ziele immer großen Wert legt. Dagegen habe ich keine Argumente, also wird noch ein Umweg mit zusätzlichen 350 Höhenmeter gefunden. Elias – ein ehemaliger IronMainAbsolvent – hat sowieso nichts dagegen. Nächstes Ziel ist über eine Schotterstrasse Sera Plana. Der neuerliche Aufstieg ist für mich schon beschwerlich, schließlich sitzen wir ja schon fast 6 Stunden am Sattel. Wir fahren also nochmals bis ca. 1950 rauf und stürzen uns dann auf herrlichen Schotterpisten und Almwegen runter nach Sera Plana und Strada, wo wir dann auf die Engadiner Bundesstraße treffen. Bis zur Staatsgrenze nach Martina sind es noch ca. 20 Kilometer, die wir teilweise auf dem Inntalradweg und teilweise auf der Bundesstraße zurücklegen.

Endlich wieder Österreich. Velo wird in Mountainbike getauscht und weiter geht’s. Wir fahren abwechselnd hintereinander, denn wir haben starken Gegenwind. Vorbei an Altfinstermünz, die Auffahrt nach Samnaun lassen wir heute links liegen, rüber über die Kajetansbrücke und immer entlang des Inntalradweges nach Tschuppbach. Ein großer Weissbierschirm (Weihenstephan) bremst dann unseren Elan. Um dreiviertelfünf ist endlich Zeit für eine längere Pause mit Essen und vor allem um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Nach Bernerwürstel mit Pommes, usw. geht’s um 1730 weiter Richtung Landeck. Jetzt haben wir noch ca. 25 Kilometer bergab vor uns – denk ich mir. Dem ist aber nicht so. Viele große Schnapperlen pushen unsere Höhenmetertagesleistung, so dass wir auch ohne den Umweg in und über Vna locker auf die 2000 Höhemeter gekommen wären.

Als wir um ca. halb sieben am Park& Ride Parkplatz in Landeck ankommen, ist auch unser IronMainAbsolvent Elias ein wenig müde. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meiner Leistung, 98 Kilometer und ca. 2.300 Höhenmeter. Die Transalp kann kommen…

 

 

 

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