Das Herz der Lienzer Dolomiten
...er kanns noch immer ...
Bernhard in voller Action
Auf der Gamsplatte
Ein tierischer Verein die Wettis
Hängebrücke im Madonnenklettersteig
Auf dem Weg zur Kl. Gamsspitze
Auf dem Weg zur Arbeit
Gruppenbild mit Fee

Staggl Bruno, 13. September 2011

Freitag 09.09.2011

Treffpunkt 7 Uhr Parkplatz Europabrücke, elf Wettersteiner mit Gästen wollen diesen wunderschönen Tag voll nützen. Ossi ist sogar schon seit gestern mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Lienz. Gegen 10 Uhr treffen wir auf der Lienzer Dolomitenhütte,  1620 m, ein. Ossi ist mit einem Taxi heraufgekommen und bereits in Richtung Karlsbaderhütte unterwegs, wohin wir nach einem Bier auch aufbrechen.

20 Minuten unterhalb der Hütte zweigen wir Richtung Gamswiesen Spitzen ab, sieben Kletterer und vier Klettersteiggeher haben denselben Gipfel zum Ziel. Hemmi mit Mäx und Hermann klettern die NO-Kante(4), Heinz mit Gregor und Felix mit Martin klettern die Gamsplatte (5-) auf die Kl. Gamswiesenspitze, 2454 m. Wir 4 Klettersteiggeher, Koxi, Rainer, Markus und ich gehen über das Kerschbaumer Törl zur SW Flanke und nehmen den Madonnen-Klettersteig mit seiner Hängebrücke und der Madonnenstatue auf die Gr. Gamswiesenspitze, 2486 m. Von hier sehen wir gut in die Wand mit den drei Seilschaften ein und bewundern ihren zügigen Stil. Nach dem Abstieg in die Scharte führt der 2.Teil des Klettersteiges hinauf auf die Kl. Gamswiesenspitze, wo schon alle Kletterer auf uns warten – super! Hinunter zum Rucksackdepot am Bergfuß und hinauf zur Karlsbader Hütte, 2260 m. Ich halte mit meinem lädierten rechten Knie die Partie ziemlich auf. Das Wetter ist sonnig und warm, es sitzt sich gut auf den Bänken vor der Hütte, die königlich in einem großartigen Felskessel thront mit dem blaugrünen Laserzsee als Mittelpunkt. Die Zimmer sind aufgeteilt, Ossi ist auch schon hier.

Da taucht sie auf, eine bezaubernde Fee, Theresa, die Tochter der Wirtsleute. Alle Wettersteiner sind hingerissen, jung und alt, und wollen nur mehr von ihr bedient werden. Nach einer kurzen Diskussion über neue Zahlungsmodalitäten bleiben wir beim alten System, ein Topf. Gerd und Hans sind inzwischen auch eingetroffen – wir sind 14 und genießen ein ausgezeichnetes dreigängiges Abendmenü.

Anschließend verbringen wir den Abend an einem windgeschützten Tisch auf der Terrasse, geradegroß genug für uns alle, mit Jacken gut auszuhalten, ohne ausdrückliche Sperrstunde.

Samstag 10.09.2011

Frühstück um 8 Uhr, Abmarsch um 9 Uhr, das Wetter ideal, warm und wolkenlos. Etwas später treffen die letzten drei ein und gehen ihre eigenen Touren, Andi über die Kerschbaumer  Alm den Madonnen-Klettersteig, Bernhard mit Michael klettern die Egerländerkante (3+) auf die Kl. Laserzwand, 2614 m. Die Kletterer in den gleichen Seilschaften wie gestern haben sich den Alpenrautekamin (4+) vorgenommen, eine lange und ausgesetzte Route auf die Gr. Laserzwand, 2568 m. Die zwei Jüngsten sind unausgelastet und klettern anschließend die Südrampe (5) auf den Roten Turm, 2702 m, von der Hütte aus sind sie gut zu beobachten, wie sie gekonnt die Route hinaufeilen. Wir Klettersteiggeher bleiben wieder zu viert, da sich Ossi bald schon entschließt umzukehren. Er hat die Berge überhaupt satt, wie er später am Telefonerklärt, und fährt mit dem Zug nach Hause.

Wir haben uns den Panoramaweg ausgesucht, einen Klettersteig über 7 Gipfel, bis zum höchsten Punkt der Gruppe, der Gr. Sandspitze. Um den Roten Turm herum führt der Weg zum Wandfuß des ersten Gipfels. Die Seilversicherungen führen hinauf auf den Gr. Laserzkopf, 2718 m. Jetzt geht es immer den Grat entlang über Scharten und Spitzen, es folgt die Gr. Galizenspitze, 2701 m, die Kl. Galizenspitze, 2698 m, das Böse Mandl und nach der Bösen Scharte der Daumen und als Abschluss die Gr. Sandspitze, 2772 m. Der Steig ist anspruchvoll, lang, bestens versichert wie alle Anlagen in diesem Gebiet und gewährt herrliche Tief- und Weitblicke und immer wieder strahlt das blaue Auge des Laserzsees herauf. Beim Abstieg über den versicherten Adi Schüberl Weg nehmen wir noch die Kl. Sandspitze, 2762 m, mit, mein Knie beschwert sich schon wieder. Gerd und Hans gehen eigene, weite Wege. Über das Kerschbaumer und das Hallenbach Törl, über zwei Almböden führt der Weg zum Spitzkofel, 2718 m, der in Gerds Sammlung fehlt, eine ausgiebige Tour. Das Bier vor der Hütte schmeckt erneut herrlich, ebenso das Abendmenü, und dann wieder hinaus zu „unserem“ Terrassentisch. Heute sind wir 16 Mann. Diesmal wird auch gesungen, Theresa leiht uns ihre Gitarre und zu später Stunde spielt und singt sie selber – wir sind schon wieder hingerissen. Nach Mitternacht, aber angeblich noch vollzurechnungsfähig,  stellen Felix und Martin ihren Aufnahme-antrag; Hemmi ist sehr stolz. Mäx übernimmt die Patenschaft von Martin – zwei Lauser finden sich. Gregor zögert noch, aber viele Anwesende haben das Gefühl, mit seinem Antrag will er nicht so lange warten wie sein Vater.

 

Sonntag 11.09.2011

Was geht uns 9/11 an, wir gehen auf die Berge! Das Wetter ist immer noch prächtig. Nach dem Frühstück wird abgerechnet und es bleibt, auch dank eines Beitrags aus der Vereinskasse, sehr erträglich – 130 Euro pro Person für beide Tage. Das überflüssige Gepäck kommt in den Trockenraum.

Die Kletterer haben die Teplitzer Spitzen, 2613 m, am Programm, mit den eingespielten Seilschaften, erweitert um die Goriups. Alle Seilschaften klettern den Haspingerweg (4-) auf die Kl. Teplitzer Spitze, die drei Zweierseilschaften gehen noch weiter den NW-Grat (4-) auf die Gr. Teplitzer Spitze. Wir Klettersteiggeher erhalten Verstärkung durch Andi, Gerd und Hans und haben den Seekofel Klettersteig zum Ziel, direkt über der Hütte. Von der Ödkarscharte führt der Klettersteig über den Grat, mitteilweise Gehgelände aber auch schweren Passagen, über den Eggerturm, 2699 m, auf den Seekofel, 2744 m.

Auf der Hütte eine Stärkung, ein Abschiedsschnaps vom Hüttenwirt, ein Gruppenfoto mit unserer Fee und ab zur Dolomitenhütte. Mein rechtes Knie verweigert immer mehr die Arbeit, sodaß mir Hemmi mit dem Auto entgegen kommen muss. Aber ein Bier geht sich noch aus.

Nach einer Pizza-Rast beim Sandwirt sind wir gegen 21:30 Uhr in Innsbruck, bei immer noch 21° C.

Das war ein Super-Wochenende, an dem alles perfekt gewesen, ist bis auf mein rechtes Knie. Aber dafür kann Hemmi, der alles perfekt organisiert hat, nun wirklich nichts.

Wettersteiner

Hemmi, Hermann, Mäx, Rainer, Markus, Andi, Bruno

Gerd, Ossi, Koxi, Heinz, Bernhard

 

Wettersteiner-Angehörige, Gast

Felix, Martin, Gregor, Michael, Hans

 

 

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