Mäx/Gregor in der Adami/Bernardi
Auf der Stevia Hütte mit Sella und Langkofel
Anmarsch am Samstag früh
Gipfelrast auf der Furchetta
Aufbruch der Klettersteiggeher am Sonntag
Die Fermeda Türme im Frühnebel
Die Aussichtsterrasse vor der Fermeda Hütte
Auf die Furchetta
Ein Sonnenplatzl auf der Pieralongia Alm
Felix geht auf Nummer sicher
Am Gipfel des Sas de Mesdi
Josef und Reini auf der kl. Cir Spitze
Gr.und kl. Cir Spitzen

Bruno Staggl, 18.9.2012

 

Freitag 14. 09.

Ein Wettersturz am Mittwoch zwingt Hemmi, vom geplanten Ziel Dachstein nach Süden auszuweichen, eine goldrichtige Entscheidung. Nach dem Brenner reißt es erstmals auf, die Berge sind weiß verschneit. Das ändert sich nur langsam und schneebedeckt bleiben die Gipfel bis ins Grödnertal.

Das erste Mal treffen wir in Klausen im Gasthaus Brunner zum zweiten Frühstück zusammen. Ab jetzt fahren wir in den 3 Autos gemeinsam nach St. Ulrich ins Langental. Hier trennen sich die Wege der 6 Kletterer und der 8 Klettersteiggeher.

Die Kletterer, Hemmi und Hermann, Mäx und Gregor, Felix und Martin wählen auf Grund der Schneelage die „Adami/Bernardi“ in der Parei di Caistel, eine Tour im 5. Schwierigkeitsgrad. Mit fünf Seillängen nicht allzu lang, führt sie sehr steil empor mit anhaltenden Schwierigkeiten und dauert inklusive Abseilen 4 Stunden. Nur Hermann nimmt den bequemen Abstieg zu Fuß, mitten durch das Caistel hindurch, das in den Felsen hineingebaut ist. Nach einem Bier im „Cojota“ nehmen sie auch unser Übergepäck mit und fahren mit der Bahn auf den Col Raiser, von wo sie in 15 Minuten auf der Fermeda Hütte 2109 m sind.

Wir anderen wollen die Hütte zu Fuß erreichen und starten über den Stevia-Klettersteig, der anspruchsvoll und landschaftlich reizvoll immer auf einer Kante bis 100 m unter die Stevia Hütte führt. Es ist warm und wolkenlos, gutgelaunt warten wir sehr zum Erstaunen von Heinz zusammen. Reines Wohlbefinden auf der Stevia Hütte 2312 m, wir sitzen auf einem Aussichtsbalkon, gegenüber die Sella, der Langkofel, der Schlern, auf dem Tisch Bier und Wein und Spaghetti (Rainer). Koxi, Markus und Heinz (!) packt plötzlich der Ehrgeiz, ein Gipfel muss her und weg sind sie, zum Col de la Pieres 2747 m. Nach einer Flasche Rotwein machen wir uns auf den Weg zur Pizza Scharte 2489 m. Eine steile Rinne führt hinunter zur Regensburger Hütte und dann geht es eben hinüber zur Fermeda Hütte, wo die Kletterer im Liegestuhl bei einem Bier die Aussicht genießen, es ist schon 18,00 Uhr.

Die Hütte ist schön, wunderbar gelegen und ruhig, die Aussicht siehe oben. Das Essen ist gut und reichlich, das Bier um 5,20 Euro etwas teuer, die Wirtin Veronika freundlich, der Abend gemütlich und die Sänger und Gitarristen voll in Fahrt. Mit unserem Reisekassier Heinzi ist auch die Art der Bezahlung von Anfang an zweifelsfrei geklärt, das Wort „Einschuss“ lässt auch nicht lange auf sich warten.

Samstag 15. 09.

Heute haben wir uns 2 Dreitausender vorgenommen, den Sass Rigais 3025 m über den ostseitigen Klettersteig und die Furchetta 3030 m als Klettertour bis zum 3. Schwierigkeitsgrad.

Gemeinsam starten wir um 8,00 Uhr. Der Weg führt über die Almwiesen zum Wassertal und hinauf zur Scharte zwischen den beiden Gipfeln. Es ist windig und im Schatten kühl, aber wolkenlos und tagsüber wird es warm.

Die Tour auf die Furchetta ist nicht schwierig und daher als Gemeinschaftstour gedacht, auch für die Nicht-Kletterer. Nur drei nehmen das Angebot an, Koxi, Markus und ich, gut geführt von Hemmi und Gregor. Felix und Martin gehen seilfrei. Am Seil gehen wir daher nur zu Beginn bei einer Querung und die letzte Seillänge zum Gipfel, hier liegen auch Schneereste. Der Rest ist Gehgelände mit Handunterstützung, schottrig und steil. Steinmandln weisen den Weg, konzentriertes Gehen ist erforderlich. Um 12,30 Uhr sind wir oben auf der Furchetta, der Gipfel ist breit genug für alle. Ich bin glücklich, von meinem Sohn geführt worden zu sein. Der richtige Augenblick für ihn, den Antrag auf Mitgliedschaft bei den Wettersteinern zu stellen. Als Göd wählt er Hemmi, der wie immer ein hartes aber faires Aufnahmeverfahren verspricht.

Hinunter geht es nicht einfacher, Abseilen vom Gipfel und dann vorsichtiges Absteigen, nur ja nicht ausrutschen. Wir sind schon froh, als alle wieder auf der Scharte sind.

Der ostseitige Klettersteig auf den Sass Rigais liegt von Anfang an in der Sonne, was bei einigen vielleicht mit entscheidend bei dieser Wahl war. Der Aufstieg ist nicht schwierig obwohl teilweise Schneereste liegen. Die Furchetta ist immer im Blick. Der Abstieg führt über den südseitigen Klettersteig direkt auf die Almwiesen hinunter. Beim Abstieg treffen sie auf ein paar „Karwendler“ und „Alpensöhne“. Auf dem Weg zurück finden die „Rigaisler“ die idyllisch gelegene Pieralongia Alm 2290 m, der ideale Treffpunkt für beide Gruppen. Sie teilen uns das telefonisch mit. Wir „Furchettisten“ treffen später auch ein und feiern gemeinsam unsere gelungenen Touren, bei 4,00 Euro für eine Halbe Bier. Mit einem Geißl-Schnalzer vom Wirt und einem Gruß aus der Küche verabschieden wir uns Richtung Abendessen.

Mäx tut sich heute wie schon gestern als Servierhilfe hervor und erhält prompt einen Heiratsantrag von der Wirtin. Ob das wahre Liebe ist?

Der Abend wird wieder ein gesanglicher und gesellschaftlicher Genuss, Mäx ist voll in Fahrt, unterstützt von Roli mit Gitarre und Mundharmonika und den einmaligen Soloeinlagen von Hermann.

Sonntag 16.09.

Heute sind die Ziele vielfältig gewählt.

Die Kletterer, Hemmi, Hermann und Gregor, Felix und Martin haben sich die Dibona-Kante (IV) auf den Sass de Mesdi 2762 m vorgenommen, Mäx fällt auf Grund von Blasen an den Füßen aus.

Die Klettersteigler finden den zweistündigen Zustieg zum Piz Duleda zu weit und einen kürzeren Klettersteig vom Grödner Joch auf die Cier Spitze 2592 m.

Markus findet, dass ihm der Sass Rigais noch fehlt, und ich finde, dass die Gegend hier so schön und ein weiterer Gipfel gar nicht erforderlich ist.

Wieder ein herrlicher Tag, nach morgendlichen Nebelfetzen ist es bald wolkenlos und warm.

Nach eineinhalb Stunden sind die Kletterer am Einstiegskamin. 10 Seillängen warten auf sie. Ein Verhauer von Hemmi gleich nach dem Kamin kostet zwei Plätze an zwei Grödner Seilschaften, ist aber kein Maleur. Es geht weiter in ausgesetztem Vierergelände mit einem sehr luftigen Quergang im oberen Wandteil, der Hermann die Luft anhalten lässt. Nach 4 Stunden stehen alle auf dem messerscharfen Gipfel, der gerade Platz für alle fünf hat. Drei Generationen über eine Altersspanne von 50 Jahren genießen nach einer tollen Kletterei den Gipfel des Sas de Mesdi. Der Abstieg verläuft problemlos über Rinnen und Schrofen an der Ostseite. Nach einer Stunde werden die Rucksäcke geschultert und fast pünktlich treffen sie am Col Raiser ein.

Markus geht ein Stück mit der Klettergruppe und dann weiter über das Wassertal auf den Sass Rigais. Das geht so schnell, dass er sich den Klettersteig auf den Piz Duleda vornimmt. Aus Zeitgründen muss er aber auf der Nivesscharte 2720 m umdrehen und kommt daher pünktlich zum Col Raiser. Die Höhenmeter-Wertung gewinnt er auch so.

Dort warte ich schon, nach einer gemütlichen Hüttenwanderung über die Almwiesen oberhalb der Fermeda Hütte, Enzian und Edelweiß blühen, nach Besteigung eines Graszacken neben der Seceda und nach der Mittagsrast auf der Pieralongia Alm, mit ein klein wenig Sehnsucht nach den Wettersteinern.

Ein gemeinsames Bier auf der Terrasse und Hemmi drängt zum Aufbruch. Mit der Bahn fahren wir Knie schonend ins Tal, wo die Klettersteiggeher schon auf uns warten.

Diese sind schon um 9 Uhr mit der Bahn und viel Übergepäck (2 Gitarren) ins Tal gefahren. Nach einer halbstündigen Auffahrt auf das Grödnerjoch machen sie sich auf den Weg auf die Cir Spitze 2592 m. Klettersteig ist das gerade keiner, sie fühlen sich etwas overdressed, und überlaufen ist er auch. Aber die Aussicht ist wieder großartig – Fermedatürme, Sella. Damit was getan ist, finden Koxi, Reini und Rainer die Kleine Cir Spitze, auf die über 150 Höhenmeter ein luftiger, anspruchsvoller Klettersteig führt. Der Gipfel hat gerade Platz für drei.

Jimmys Hütte führt alle wieder zusammen und Rainer bekommt seine Spaghetti mit Rotwein.

Nächster und letzter Termin ist das GH Terminus am Brenner mit Stärkung und Umtrunk, alles noch aus der Reisekasse. Am Ende gibt es sogar noch ein Retourgeld - toll dieser Reisekassier.

Keiner will schon heim, Hermann lässt noch eine Flasche Silberstückl auffahren. Aber gegen 20 Uhr löst sich die Gesellschaft doch auf.

Ein Super - Wochenende. Hemmi, du hast wieder alles richtig gemacht - Danke

Wettersteiner: Hemmi, Hermann, Mäx, Rainer, Heinz, Koxi, Markus, Andi, Bruno, Felix, Martin

Angehörige, Gäste: Gregor, Reini, Roland

 

 

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