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Am Stavovsky Stit
Am Strbske Solisko
Aufstieg zum Stavovsky Stit
Bahnhof von Stary Smokovec
Baranie Sedlo
Rassige Abfahrten
Tiefblick in die weite Ebene

HOHE TATRA – Gemeinschaftsfahrt im April 2000

Helmuth Schappacher

Vier PKW’s mit insgesamt 13 Wettersteinern und 2 Gästen verlassen – vollbepackt mit Skiausrüstung – verlassen Freitag nachmittags Innsbruck mit dem Ziel Bratislava. Diese Stadt ist Zwischenstation auf der Fahrt in die Hohe Tatra. Am nächsten Tag wird die Reise fortgesetzt und gegen Nachmittag sehen wir bereits die verschneiten, zackigen Berge unseres Zielgebietes für eine Woche. Schnell ein Gruppenfoto vor den tiefverschneiten Bergen, dann erreichen wir Stary Smokovec und beziehen die Zimmer im Grand Hotel.

Unsere Truppe trifft sich anschließend im Salon des Hotels und der Vizemanager dieses Hauses, ein 28-jähriger sportlicher Mann namens Michael, hört sich unsere Wünsche an und erklärt spontan, uns bereits am nächsten Tag begleiten zu wollen – wir sind begeistert, denn offensichtlich ist er ein Gebietskenner!

Sonntag, unser erster Tourentag! Mit Michael geht es zur Talstation der Standseilbahn, mit dieser überwinden wir die ersten  240 Hm. Von der Bergstation weg erreichen wir nach etwa 45 Minuten die erste Hütte. Nach zwei Stunden Gesamtgehzeit erreichen wir die zweite Hütte, die Terhyo chata auf 2015m. Kurzer Einkehrschwung, dann drängt Michael zum Aufbruch, der Baranie sedlo wartet auf uns. Nach sehr steilem Gelände erreichen wir in anstrengender Spurarbeit den Sattel, Höhe 2390m. Aus Zeitgründen müssen wir auf einen Gipfel verzichten, wir konzentrieren uns auf die Abfahrt ins andere Tal. Es heißt „Ledige mit ABS-Rucksack voraus“, Wolfi S. legt die erste Spur in den knietiefen Pulver der äußerst steilen Anfangsrinne. Einzeln wird abgefahren – herrliche Hänge und steile Rinnen warten mit Traumpulver auf uns – wir legen die ersten Spuren in den Schnee. Michael ist von unserem skifahrerischen Können begeistert. Bei der 3. Hütte auf 1551m, wo man auf der Sonnenterrasse beim Bier unsere herrlichen Spuren nochmals bewundern kann, lässt sich Michael mit seiner Truppe von den Einheimischen fast feiern!

Von der Hütte geht es talauswärts, es hat soviel Schnee, dass die Leitungsdrähte der Telefonmasten fast auf den Boden reichen! An der Straße steht der Hotelbus und bringt uns zum Ausgangspunkt zurück.

Auch am zweiten Tourentag ist herrliches Wetter! Wir pilgern nach dem Frühstück wieder zur Standseilbahn, doch die hat wegen Revision geschlossen. Uns ist somit klar, dass wir heute auch die ersten 240Hm mit eigener Kraft bewältigen werden. Auffellen, dann geht es ab der Bergstation ins lange kalte Tal hinein. Knapp drei Stunden benötigen wir bis zur Zbojnicka chata auf 1960m. Nach dem Verzehr einer Krautsuppe (in der Gegend ein Muß) bringt uns der Aufstieg auf den Prielom Sattel. Steiler Abstieg mit geschulterten Skiern, dann Wiederaufstieg auf den Polsky hreben 2200m. Vom Sattel wieder Abstieg unter Zuhilfenahme der vorhandenen Eisenkette und dann geht die Abfahrt im Gebiet Kvetnica los. Nach Passieren des unbewohnten Hotels Sliezsky dom auf 1670m verlassen wir das Velicka dolina und erreichen nach 1 ½ stündiger Skiabfahrt die Straße in Stary Smokovec. Fünf Minuten tragen wir die Skier bis zu unserem Grand Hotel. Insgesamt sind wir heute 1450Hm gegangen!

Dienstag, unser dritter Tourentag. Leider ist das Wetter nicht besonders. Wir fahren heute mit unseren Autos und mit Michael nach Zakopane in Polen. Von Zakopane aus benützen wir eine altertümliche Seilbahn; von der Bergstation aus war eine Gratüberschreitung vorgesehen. Leider ist der Wind viel zu heftig, sodaß dieses Vorhaben abgebrochen werden musste. Wir benützen daher die präparierte Piste für die Talabfahrt.

Am Nachmittag im Hotel angekommen wird im Hallenbad geschwommen und auch sauniert; am Abend wird „bei Llenka“ sensationell gut gegessen, auch der Cabernet Sauvignon mundet ausgezeichnet.

Auch am Mittwoch lässt das Wetter etwas aus! Bei Regen fahren wir mit der Mittelgebirgsbahn Richtung Strbske Pleso. Bei der vorletzten Haltestelle steigen wir aus, erreichen mit  Mühe – wegen der hohen Schneewände – die Straße und steigen mit unseren Skiern zur chata Popradske pleso auf 1500m. Die Witterung macht unsere Entscheidung dann leicht. Bei Nieselregen fahren wir ab und über den Gipfel TRIGAN mitten im Wald (der Schappi die „Goldene Wandernadel“ einbringt) erreichen wir die Ortschaft Strbske Pleso, wo die Rückfahrt mit der Schmalspurbahn angetreten wird.

Am Abend wird diese Tour natürlich nochmals besprochen, und zwar in der außerhalb unserer Ortschaft gelegenen „Räuberhöhle“, wo uns der Onkel von Michael bestens bewirtete.

Donnerstag, ein herrlicher Tag! Michael mahnt sehr früh zum Aufbruch, ab Mittag sollte es wieder schlechter werden. Es geht wieder mit angefellten Skiern neben der Standseilbahn aufwärts und nach der Bergstation in der Grundrichtung weiter. Nach einem sehr steilen Hang nähern wir uns dem Kammverlauf. Eisblumenbedeckten Felsen entlang steigen wir die letzten Meter zum Stavovsky stit, 2452m, hinauf. Herrlicher Talblick auf die Niedere Tatra und Aussicht auf unsere Touren in der Hohen Tatra belohnen den Aufstieg von insgesamt 1450Hm. In zwei Gruppen fahren wir ab und treffen uns dann zum wohlverdienten Bier bei der Bergstation der Standseilbahn. „Matchelnd“ geht’s zum Hotel, anschließend in eine Pizzeria zum Mittagessen. Inzwischen schüttet es bereits in Strömen – Michael hatte mit seiner Wetterprognose recht.

Den Abend verbringen wir im Hotel, Michael wird für die Begleitung und Betreuung unserer Truppe mit einem Billet samt Inhalt gedankt. Herr Präsident Aschi darf heute auf dem hoteleigenen Klavier für uns aufspielen und die gute Stimmung wird noch durch die Gitarrespieler Hermann und Mäx und entsprechendem Liedgut angeheizt.

Freitag, unser letzter Tourentag, gleichzeitig auch Abreise! Wieder mit der Schmalspurbahn, diesmal bis Strbske Pleso. In 20 Minuten zur Talstation eines Liftes, den wir bis auf eine Höhe von 1850m benützen. Bei schönem Wetter und etwas Wind stehen wir nach etwa einer Stunde auf dem Predne Solisko, 2093m. Kurzer Aufenthalt, dann steigt ein Teil der Gruppe weiter über einen ausgesetzten Felskopf auf, über einen Sattel geht’s zum zweiten Gipfel, Strbske Solisko, 2301m. Die Abfahrt führt uns über die steilen Osthänge in das Miynicka dolina, dann den Talboden hinaus zur Talstation des Lifts, wo wir auf die andere Gruppe stoßen.

Zurück mit der Bahn zum Hotel, Zusammenpacken, Körperpflege und ab  geht’s Richtung Heimat. Wir fahren bis Hainburg. Im „Goldenen Anker“ übernachten wir nochmals vor der samstägigen Heimfahrt nach Innsbruck.

Nach dem Abendessen noch die Dankesreden für das Geburtstagskind Hermann, dem Ersatztourenwart, und vor allem für den Herrn Präsidenten Aschi für die hervorragende Organisation in allen Belangen!

Eine herrliche, unfallfreie Woche ist zu Ende; mit der Ankunft am Nachmittag des Samstags in Innsbruck ist wieder eine fantastische WETTERSTEINER-Fahrt abgeschlossen!

 

 

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