Bilder:

Aufstieg zum Elbrus
Elbrus Ostgipfel
Peter und Ferdl am Prijut 11
Thöny Ferdl

Elbrus 1969

Ferdl Thöny

Ferdinand Thöny und Peter Wild waren die ersten Wettersteiner, die eine große Auslandsbergfahrt (20. Juli -3. August 1969) unternahmen. Leider sind beide bereits verstorben. Peter verunglückte im Dezember 1985 durch eine Lawine, Ferdl verstarb plötzlich und völlig unerwartet im Mai 2006. Er war 45 Jahre Vereinsmitglied und auch als Vizepräsident im Vereinsvorstand tätig.

Aus dem Tourenbuch von Ferdl Thöny:

Wir waren zwei Wettersteiner, Wild Peter und ich. Am Abend des 19. Juli ging’s per Zug nach Wien, von dort mit dem Flugzeug nach Kiew. In Schwechat waren wir mit den übrigen (einer deutschen Bergsteigergruppe, Anm.) zusammengetroffen. Der Zoll in Russland war einmalig. Nach einer halben Stunde war alles vorbei. Nachdem unser Gepäck verladen war, ging die Fahrt per Bus nach Kiew, einer wunderschönen Provinzstadt. Nicht umsonst die „Goldene Stadt“ genannt. Nach einem schönen Tag in Kiew ging der Flug weiter nach Mineralny Vody. Der Flug selbst war toll, von Moskau bis zum Kaukasus ein riesiges Wolkenmeer. Von Mineralny Vody fuhren wir mit dem Bus bis Azau, wo wir in der Nacht ankamen (3 Uhr). Wir bekamen in einem großen Hotel Dreibettzimmer mit Brause und WC – alles klein aber sehr schön. Am Vormittag hatten wir eine Tourenbesprechung mit dem Vizepräsidenten des russischen Alpinclubs. Am Mittwoch gings dann auf. Unsere Tagestour war „Priut 11“ in 4.200 m Höhe. Einigen Teilnehmern machte der Hüttenaufstieg schon zu schaffen. Peter und ich durften einen zweiten Rucksack tragen. Das Wetter schien hold zu sein. Am Donnerstag versuchten wir Jüngeren zuerst einmal den Gipfel zu erreichen. In 5.000 m Höhe zwangen uns aber Sturm und Nebel zur Umkehr. Es sah so aus, als wäre der Elbrus begraben. Freitag versuchten wir es aber nochmals, und diesmal sollte es gelingen.

25.7.1969

Wieder begann der Aufstieg. Unter uns eine riesige Wolkendecke, über uns klarer Sternenhimmel. Bis 5.000 m spurte unser Führer Hans Wörgötter, dann wechselten wir ab, „Phons“, Peter, Hans und ich. Am Sattel angekommen teilten wir uns. Peter, Phons und ich stiegen zum Ostgipfel auf, die anderen gleich zum Haupt-, dem Westgipfel. Wir waren recht flott am Weg, trotz der Steilheit des Geländes. Oben angekommen – wir trauten unseren Augen nicht – ein Motorrad. Wie wir hörten, von deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg hinaufgebracht. Die Aussicht war toll: unter uns ein tiefes Wolkenmeer, vor uns der Hauptkamm: einfach wunderschön, aber auch kalt. Nach kurzer Zeit ging’s wieder hinunter zum Sattel. Peter musste sich übergeben, wir waren einfach zu schnell am Weg. Das zweite Mal hinauf ging’s nicht mehr so glatt. Meter für Meter, Schritt für Schritt, aber auch den Westgipfel erreichten wir, wo wir auf halbem Weg den übrigen begegneten. Am Sattel warteten sie dann ganze 5 Minuten. Weiter unten wurde es dann wunderbar warm, keine Wolke über uns. Auf Priut 11 angekommen entschlossen wir uns, gleich ins Tal abzusteigen. Ab 3.200 m begann der Nebel bis ins Tal. Die Autos fuhren mit Scheinwerfer, so dunkel war es.

26.7.1969

Am nächsten Tag, wir trauten unseren Augen nicht, war der ganze Nebel verschwunden. Wir fuhren ein Stück talauswärts und mit einem Sessellift auf die dem Elbrus gegenüberliegende Talseite hinauf, auf 3.000 m. Von dort konnten wir noch einfach zwei 3.000er besteigen. Von hier aus hatten wir die schönste Aussicht. Gegenüber der Elbrus und rund herum die Bergriesen des Kaukasus.

Am Sonntag Vormittag verließen wir dieses schöne Tal. Die letzten Tage verbrachten wir in Tiflis, der alten Hauptstadt von Georgien, und Kiew. Über Moskau flogen wir zurück nach Wien, wo wir zu unserer großen Freude von Helga und Anni abgeholt wurden.

 

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